Tinas Kampfgeist: Von der Dunkelheit ins Licht des Rollstuhltennis
Heute ist der 2.07.2026 und in Salzburg dreht sich alles um eine bemerkenswerte Sportlerin: Tina Pesendorfer. Die 37-Jährige Rollstuhltennisspielerin hat sich in der Welt des Rollstuhltennis einen Namen gemacht – und das nicht ohne Grund. Als vierfache Staatsmeisterin und mit einer Rangierung unter den besten Athletinnen der Welt, hat sie trotz aller Widrigkeiten ihre Leidenschaft für den Sport nie aufgegeben.
Vor 19 Jahren änderte ein schrecklicher Unfall Tinas Leben drastisch. Querschnittsgelähmt wandte sie sich zunächst vom Sport ab und widmete sich ihrem Studium. Doch das Leben hat seine eigene Art, uns zurück auf den richtigen Weg zu führen. 2015 – das Jahr, in dem sie zum Tennis zurückkehrte – war wie ein Neuanfang. Zuvor hatte sie nie einen Tennisschläger in der Hand gehalten, doch schnell entdeckte sie ihre Liebe zu diesem eleganten Sport. Es war, als ob das Tennisfeld sie rief, und ihr Ehrgeiz wuchs nach ihrem ersten Turnier sprunghaft. Man könnte sagen, das Feuer war entfacht!
Der Weg zur Staatsmeisterschaft
Die Pandemie, die für viele als Rückschlag galt, wurde für Tina zum Sprungbrett. Sie nutzte die Zeit des Lockdowns, um intensiv zu trainieren und sich auf ihre Ziele zu konzentrieren. 2020 kam der große Durchbruch: Sie gewann die Staatsmeisterschaften gegen die damals 19-fache Staatsmeisterin! Ein Sieg, der nicht nur ihre Fähigkeiten unter Beweis stellte, sondern auch den Glauben an sich selbst stärkte. Sie etablierte sich als vierfache Staatsmeisterin und schaffte es bis auf Rang 29 der Weltrangliste.
Ein weiterer Wendepunkt kam 2025, als sie nach Salzburg zog, um näher am Olympiazentrum zu trainieren. Doch das Leben kann grausam sein. Kurz nach ihrem Umzug verstarb ihr Vater, und die Trauer war überwältigend. Doch der Sport war und ist Tinas Anker in stürmischen Zeiten. Mit ihrem Vater teilte sie die Leidenschaft für Tennis, und so fand sie in der Sportart auch Trost und Halt.
Die Herausforderung im Rollstuhltennis
Das Ziel, die Paralympics 2028 in Los Angeles zu erreichen, steht fest. Tina träumt davon, sich unter die Top 25 der Weltrangliste zu spielen. Aktuell ist sie auf Rang 42 – und der Weg dorthin ist nicht einfach. Sie kritisiert die Fairness im Rollstuhltennis, da alle Athletinnen in einer Klasse spielen, unabhängig von der Schwere ihrer Beeinträchtigung. Das System ist herausfordernd, und es ist ein ständiger Kampf, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten.
Rollstuhltennis selbst ist eine faszinierende Sportart, die seit den Paralympischen Spielen 1992 Teil des Programms ist. Es erfordert ein außergewöhnliches Reaktionsvermögen, Schnelligkeit und koordinative Fähigkeiten. Die Regeln sind einfach, doch die Herausforderungen groß: Der Ball darf im Rollstuhltennis zweimal aufspringen, was den Spielverlauf entscheidend beeinflusst. Die offene Klasse für Damen und Herren sowie die Quadklasse bieten Sportler*innen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen die Möglichkeit, am Wettkampf teilzunehmen.
In diesem aufregenden Sport gibt es immer wieder neue Herausforderungen zu meistern. Tinas Saisonhöhepunkte sind die Staatsmeisterschaften im Juli und die Austrian Open im August. Es bleibt spannend, wie sich ihre Reise weiterentwickeln wird – und ob sie ihr Ziel, die Paralympics zu erreichen, verwirklichen kann. Mit ihrem unermüdlichen Ehrgeiz und ihrem Talent ist eines sicher: Tina Pesendorfer wird weiterhin ein Zeichen setzen, nicht nur für sich selbst, sondern für alle, die ihre Liebe zum Sport im Herzen tragen.
