Heute ist der 27.05.2026, und der Tennisplatz in Paris hat für Sebastian Ofner einen bitteren Abschied parat gehalten. In der ersten Runde der French Open musste er sich gegen Luciano Darderi geschlagen geben, der als Nummer 17 der Welt an den Start ging. Das Match war ein wahrer Krimi, dauerte 2:19 Stunden und endete mit 6:7(5), 2:6, 3:6. Die lange Zeit auf dem Platz war geprägt von intensiven Momenten, doch Ofner konnte seine Chancen nicht nutzen – besonders im ersten Satz, wo er gleich sechs Breakchancen hatte, aber keinen einzigen verwerten konnte. Stattdessen gelang Darderi das erste Break zum 5:4, und Ofner musste sich im Tiebreak geschlagen geben. Wie frustrierend!
Mit Ofners Ausscheiden ist nun kein österreichischer Spieler mehr im Herreneinzel vertreten. Das ist ein herber Schlag für den heimischen Tennis-Sport, besonders nach den letzten Jahren, in denen Ofner bei Roland-Garros die ersten Runden oft überstand – 2023 gelang ihm sogar der Sprung ins Achtelfinale. Nun, mit einem ATP-Ranking von 112, muss er sich wieder neu orientieren. Geplant ist, in Wien zu trainieren und an Challenger-Turnieren in Bratislava und Parma auf Sand teilzunehmen. Auch ein Rasenturnier in Mallorca vor Wimbledon steht zur Debatte, aber das hängt stark von seiner Form und dem Ranking ab.
Eine erfolgreiche Rückkehr?
Der Weg zurück in die Top 100 wird für Ofner eine Herausforderung – er selbst ist optimistisch, dass er es schaffen kann, sofern er seine Form findet und hält. Nach einer beidseitigen Fersenoperation hat er bereits einige beeindruckende Fortschritte gemacht. Zuletzt erreichte er die dritte Runde beim ATP Masters in Rom und schaffte es ins Semifinale in Genf. Auch die Zweitrundenteilnahme in Wimbledon war ein kleiner Lichtblick in einer schwierigen Phase.
Währenddessen stehen die österreichischen Damen besser da: Julia Grabher und Anastasia Potapova sind die letzten verbliebenen Spielerinnen im Einzel. Grabher trifft am Donnerstag auf Amanda Anisimova, während Potapova gegen Katie Boulter antreten muss. Es gibt also noch Hoffnung für den österreichischen Tennis-Fan, auch wenn die Herren ein wenig hinterherhinken.
Ein Blick in die Zukunft
Die letzten drei Jahre haben gezeigt, dass Ofner durchaus das Potenzial hat, an die Erfolge vergangener Tage anzuknüpfen. Mit fünf gewonnenen ATP-250-Titeln hat Darderi in dieser Saison bereits für Aufsehen gesorgt, und es bleibt abzuwarten, ob Ofner nach dem bitteren Ausscheiden in Paris die nötige Motivation und Kraft findet, um wieder anzugreifen. Die kommenden Monate könnten entscheidend sein, nicht nur für ihn, sondern auch für das gesamte österreichische Tennis. Die Vorfreude auf die Heimturniere in Kitzbühel und Amstetten im Sommer gibt Anlass zur Hoffnung. Vielleicht kommt der nächste große Durchbruch ja schneller, als man denkt.
