Heute ist der 28.04.2026 und in Salzburg herrscht ein reges Treiben um die Lehrstellen. Die Bildungslandschaft braucht dringend frischen Wind, denn aktuell sind im Land 360 Stellen offen, und die Hauptausschreibung für Pädagog:innen hat bereits am Montag begonnen. Die Bewerbungsfrist endet am 8. Mai, also heißt es schnell sein für alle, die sich für eine Lehrtätigkeit interessieren.
Besonders in den Volksschulen sowie in bestimmten Fachbereichen wird händeringend nach Lehrkräften gesucht. In Salzburg sind 56 Stellen in Volksschulen, 93 in Mittelschulen, 18 in Sonderschulen und 2 in polytechnischen Schulen vakant. Auch die höheren Schulen (AHS/BMHS) sind nicht untätig und haben insgesamt 191 Stellen ausgeschrieben, was 2.062 Stunden entspricht. Die gefragtesten Fächer sind Deutsch und Mathematik, gefolgt von den MINT-Fächern wie Chemie und Physik sowie Bewegung und Sport. Wer sich für eine Bewerbung entscheidet, sollte bereits eine abgeschlossene Zertifizierung vorweisen können.
Quereinsteiger sind willkommen
Die Landesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) ermutigt ausdrücklich Quereinsteiger zur Bewerbung. Dies ist besonders wichtig, da die Nachfrage nach Lehrkräften in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Laut einer OECD-Studie hat sich der Anteil der Lehramtsstudierenden und Quereinsteiger in Österreich von 2014/15 bis 2022/23 merklich erhöht. In den Volksschulen liegt dieser Anteil jetzt bei 5,3% und in den Sekundarstufen bei 6%.
Andreas Schleicher, Bildungsdirektor der OECD, hebt hervor, dass eine sorgfältige Qualitätssicherung bei der Auswahl von Lehrkräften notwendig ist. Die Vorteile von Quereinsteigern überwiegen, auch wenn der Quereinstieg in den Volksschulen aufgrund höherer Anforderungen an das pädagogische Wissen herausfordernder ist. Der Bildungsminister Christoph Wiederkehr plant daher eine Ausweitung des Quereinstiegs auf Volksschulen, unterstützt durch ein Pilotprojekt in Wien, das bereits seit diesem Schuljahr läuft.
Ein Blick in die Zukunft
Der hohe Handlungsbedarf bei der Unterstützung von Junglehrern ist nicht zu übersehen. Über 50% der Lehrer, die im Schuljahr 2022/23 gekündigt haben, waren weniger als fünf Jahre im Beruf, sowohl in Volksschulen als auch in Sekundarstufen. Die Bildungslandschaft in Österreich steht vor der Herausforderung, junge Lehrkräfte langfristig zu halten und ihnen die nötige Unterstützung zu bieten.
Die Entwicklung, dass der Anteil junger Lehrer unter 30 Jahren steigt, ist ermutigend. In Volksschulen ist dieser von 12% auf 19% gestiegen, während er in Sekundarstufen von 7% auf 13% gewachsen ist. Gleichzeitig zeigt sich ein Rückgang des Lehrpersonals über 49 Jahre, was einen Generationswechsel im Bildungssektor anzeigt.
Insgesamt ist die Situation in Salzburg sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Mit der richtigen Unterstützung und dem Engagement aller Beteiligten können die offenen Stellen bald besetzt und die Qualität der Bildung für die kommenden Generationen gesichert werden. Wer sich also für eine Lehrtätigkeit interessiert, hat jetzt die Gelegenheit, Teil dieser Veränderung zu werden. Weitere Informationen finden Sie auf Salzburg24 und der Kurier.