Am 14. Mai 2026 ist es endlich so weit: An diesem Feiertag wird das 50. Frauen-Cupfinale in Österreich ausgetragen. Ein Jubiläum, das nicht nur für die Spielerinnen, sondern auch für die Fans ein ganz besonderes ist! Um 14:30 Uhr heißt es „Anpfiff“ im neuen Stadion des Wiener Sport-Club, wo sich voraussichtlich zwischen 3.000 und 4.000 Zuschauer versammeln werden, um die Frauenfußballerinnen auf dem Platz zu unterstützen.

Wer hätte gedacht, dass der Frauenfußball einmal so aufblühen würde? Der erste Frauen-Cup wurde bereits 1973 ausgetragen, und damals war die Situation eine ganz andere. Kein Spitzenklub hatte ein weibliches Team, und das erste Cupfinale endete mit einem schockierenden Gesamtscore von 26:0 für Union Landhaus gegen SV Kagran. Zu dieser Zeit war Frauenfußball nur vom ÖFB geduldet, nicht offiziell anerkannt. Die Spielerinnen von heute hingegen trainieren professionell und regelmäßig, und das Bild des Frauenfußballs hat sich enorm gewandelt – auch wenn die Vorurteile gegen ihn manchmal noch wie Schatten der Vergangenheit wirken.

Ein langer Weg zur Gleichberechtigung

Der Weg zur Gleichstellung im Fußball war lang und steinig. In Deutschland war Frauenfußball bis 1970 vom DFB verboten, und der damalige DFB-Präsident Josef „Sepp“ Herberger hielt Fußball für einen „Kampfsport“, der für Frauen nicht geeignet sei. Diese Ansichten führten zu einem Klima, in dem Sexismus und Herabwürdigung an der Tagesordnung waren. Dennoch ließen sich Frauen und Mädchen nicht davon abhalten, Fußball zu spielen und sich zu organisieren. Inoffizielle Mannschaften und Spiele entstanden, trotz der Hürden, die ihnen in den Weg gelegt wurden.

Die 1950er und 60er Jahre waren geprägt von Pionierinnen wie Christa Kleinhans, die unermüdlich für die Rechte und die Sichtbarkeit der Frauen im Fußball kämpften. Sie schafften es, dass Ende der 1960er Jahre bereits rund 60.000 Frauen aktiv Fußball spielten. Es war eine Zeit des Wandels, auch wenn viele der damals verbreiteten Vorurteile bis heute nachhallen. Der DFB hob schließlich am 31. Oktober 1970 das Verbot auf, aber die Wunden waren tief, und das Bild des Frauenfußballs brauchte Zeit, um sich zu erneuern.

Die heutige Situation

Heute sind wir in einer Zeit, in der Frauenfußball nicht nur ernst genommen wird, sondern auch eine wachsende Fangemeinde hat. Mehr und mehr TV-Sender setzen auf Reporterinnen und Moderatorinnen, die mit fachlicher Kompetenz den Sport begleiten. Die Zuschauer sind bereit, sich auf das Spiel einzulassen und die Athletik und das Können der Spielerinnen zu würdigen. Aber trotzdem gibt es immer noch Herausforderungen, wie die Tatsache, dass viele Frauen auf Sportanlagen spielen, die für die TV-Übertragungen ungeeignet sind. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch lange nicht das Ziel erreicht.

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Die Ausstrahlung des Finals live in ORF 1 ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Sichtbarkeit des Frauenfußballs. Es ist eine Gelegenheit, die Geschichten und Kämpfe der Spielerinnen zu erzählen, die mit Leidenschaft und Hingabe für ihren Sport leben. In einem Umfeld, das traditionell von Männern dominiert war, zeigen sie, dass sie genauso viel Herzblut und Können ins Spiel bringen wie ihre männlichen Kollegen.

Der Frauenfußball hat sich also von den Anfängen, als die ersten Spiele in den Schatten gestellt wurden, bis hin zu einem sportlichen Ereignis entwickelt, das die Massen anzieht. Es bleibt spannend zu beobachten, welche Schritte als Nächstes folgen, um den Frauenfußball weiter voranzubringen und die Vorurteile, die noch immer bestehen, endgültig zu überwinden.