Ingrid Ronacher: Auf dem Weg zur Legende im Bogensport
Ein aufregendes Wochenende in Absam, Tirol, brachte eine bemerkenswerte Leistung im Feldbogenschießen mit sich. Bei einem internationalen Turnier konnte die talentierte Ingrid Ronacher vom BSV Glemmerhof einen neuen österreichischen Rekord aufstellen und erzielte dabei beeindruckende 395 Ringe. Damit knackte sie den über 11 Jahre alten Rekord – ein echter Grund zur Freude für die 37-jährige Kaprunerin!
Ingrid, die vor 25 Jahren mit dem Bogenschießen begann, hat sich in den letzten Jahren zu einer wahren Königin des Bogensports entwickelt. Ihr Durchbruch kam 2015 mit dem Sieg bei der Breitensport-Weltmeisterschaft, gefolgt von ihrem überraschenden Weltmeistertitel im Profibereich im Jahr 2019. Und auch heute, trotz aller Herausforderungen, ist sie bereit, sich dem nächsten großen Ziel zu stellen – der Weltmeisterschaft in South Dakota, USA, im September 2026. Dort möchte sie nicht nur im Einzelbewerb, sondern auch im Mixed-Team mit Nico Wiener um Medaillen kämpfen.
Ein Parcours voller Herausforderungen
„Der 60-Meter-Schuss bergab war echt knifflig“, äußerte Ronacher nach dem Turnier und unterstrich die Herausforderungen des Parcours in Absam. Beim Feldbogenschießen wird auf 24 Zielscheiben geschossen, die in Distanzen von 5 bis 60 Metern angeordnet sind. Dabei können die Schüsse sowohl bergauf als auch bergab erfolgen – bis zu einem Abschusswinkel von 45 Grad. Die Wertung ist ebenso spannend wie herausfordernd, denn pro Ziel sind maximal 18 Ringe mit drei Pfeilen möglich, was insgesamt 432 Ringe bei 24 Scheiben ergibt, wenn jeder Pfeil das Zentrum trifft.
Ronacher trainiert bis zu sechs Mal pro Woche, um sich auf die Wettkämpfe vorzubereiten. Ihr Training umfasst nicht nur das Schießen, sondern auch Kraft-, Ausdauer- und Mentaltraining. Nach all den Jahren im Sport ist sie immer noch motiviert, sich weiter zu verbessern und den Nachwuchs zu unterstützen. „Die Struktur des Bogensports in Österreich könnte besser sein“, kritisiert sie und setzt sich als Präsidentin des Salzburger Bogensportverbands für mehr Sichtbarkeit und Unterstützung ein.
Ein Blick in die Zukunft
Die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles werfen bereits ihre Schatten voraus. Hier wird Ingrids Bogenklasse als Mixed-Disziplin olympisch sein. Doch trotz aller Erfolge bleibt sie realistisch und möchte dem Nachwuchs den Vortritt lassen. Ihr nächstes großes Ziel ist die Weltmeisterschaft in Yankton, die im September 2026 stattfindet. Dort hofft sie auf eine Top-10-Platzierung im Feld-Bewerb und einen Podestplatz im 3D-Bereich, wo auf Tierattrappen geschossen wird.
Ingrid Ronacher ist ein Paradebeispiel für Hingabe und Leidenschaft im Sport. Ihr eigener Gasthof mit Campingplatz und angrenzendem Wald bietet ihr die idealen Bedingungen für das Training, das sie seit ihrer Kindheit betreibt. Ihre Reise von den ersten Schüssen bis zur Weltmeisterin ist inspirierend und zeigt, wie viel Herzblut in der Welt des Bogensports steckt.
Die Weltmeisterschaften im Bogenschießen haben eine lange Historie, die bis ins Jahr 1931 zurückreicht. Von den ersten Wettkämpfen mit nur wenigen Disziplinen hat sich die Veranstaltung über die Jahre hinweg stark entwickelt. Heute gibt es zahlreiche Kategorien und eine Vielzahl von internationalen Teilnehmern, die um die Titel kämpfen. Die nächste Meisterschaft in Yankton wird mit Spannung erwartet und verspricht, ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Bogensports zu schreiben.
