E-Scooter in Salzburg: Zwischen cool und gefährlich – ein nächtlicher Ritt auf dem Drahtseil
In Salzburg wird das Fahren mit E-Scootern immer mehr zum Drahtseilakt. Man könnte fast meinen, die kleinen Flitzer sind das neue Modeaccessoire der Stadt. Doch hinter der coolen Fassade verbirgt sich ein ernstes Problem: E-Scooter sind an jedem dritten Verkehrsunfall beteiligt. Und das nicht ohne Grund! Viele dieser Gefährte sind illegal und erreichen Geschwindigkeiten, die einem den Atem stocken lassen – bis zu 80 km/h! Das hat auch die Polizei auf den Plan gerufen, die fast täglich Kontrollen durchführt. Seit Mai 2026 wurden über 100 solcher Aktionen durchgeführt, um die Ordnung auf Salzburgs Straßen wiederherzustellen.
Aber was genau ist da los? E-Scooter dürfen maximal 25 km/h schnell sein und eine Motorleistung von 600 Watt haben. Bei den Kontrollen wurden jedoch erschreckende Werte festgestellt: Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h und Motoren mit 3.000 Watt! Es scheint, als ob einige Fahrer nicht nur das Tempo, sondern auch die Vorschriften ignorieren. Ein echtes Problem, denn viele sind sich gar nicht bewusst, dass ihr Gefährt illegal getunt ist. Die Polizei hat bereits mehrere Fälle von illegalem Tuning aufgedeckt und plant, die Kontrollen in Zukunft noch weiter zu verstärken.
Schwerpunktkontrollen der Polizei
Erst kürzlich, an einem Dienstag, wurde eine Reihe von E-Scootern überprüft, die ebenfalls auffällig waren. Bei einer Kontrolle wurde ein 22-jähriger Fahrer mit einer Geschwindigkeit von 74 km/h angehalten. Und als ob das nicht genug wäre, gab es auch einen 14-Jährigen, der versuchte zu flüchten. Er ignorierte die Anhaltezeichen und raste mit 45 km/h über einen Radweg. Auch er hatte an seinem E-Scooter mehrere gesetzlich vorgeschriebene Ausrüstungsteile vermissen lassen. Insgesamt wurden alle neun Verkehrssünder angezeigt, und das nicht ohne Grund – die Überschreitungen der erlaubten Höchstgeschwindigkeit sind einfach nicht hinnehmbar.
Die Strafen für E-Scooter-Fahrer sind klar geregelt. Wer auf dem Gehsteig fährt, muss 30 Euro zahlen, das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung kostet 50 Euro, und für fehlende Helme bei Fahrern unter 16 Jahren gibt’s 25 Euro obendrauf. Das illegale Tuning zieht sogar eine Anzeige und ein Strafverfahren nach sich. Es ist fast schon erschreckend, wie viele Fahrer sich über die Unzulässigkeit ihrer Fahrzeuge im Unklaren sind. Die Polizei wird da nicht locker lassen – eine gute Entscheidung.
Die Lage im gesamten Land
<pDoch nicht nur in Salzburg ist die Situation angespannt. Auch in Deutschland ist die Zahl der Unfälle mit E-Scootern gestiegen. 2022 wurden knapp 12.000 Unfälle registriert, was einem Anstieg von 27 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Bundesregierung hat bereits neue Regelungen beschlossen, die nach einer Übergangsfrist Anfang 2027 in Kraft treten sollen. Diese neuen Vorschriften werden unter anderem höhere Sicherheitsanforderungen an Batterien sowie erweiterte Prüfungen für die Fahrdynamik umfassen. Besonders interessant: Ab 2027 müssen neu zugelassene E-Scooter mit Blinkern ausgestattet sein! Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Die neuen Regeln sollen nicht nur den Verkehr sicherer machen, sondern auch die Rechte der Geschädigten von Unfällen mit E-Rollern stärken. Künftig sollen Halter von Elektro-Scootern haften, und die Haftungsregeln für Fahrerinnen und Fahrer werden verschärft. Das alles zeigt, dass es höchste Zeit ist, die Regeln für E-Scooter zu überdenken und anzupassen – nicht nur in Salzburg, sondern überall. Ob das gelingt? Wir können gespannt sein!
