In Österreich kann jede vierte Person nicht richtig schwimmen – eine alarmierende Zahl, die uns zu denken geben sollte. Bestimmte Regionen sind da besonders betroffen, und das hat nicht nur mit mangelndem Zugang zu Schwimmbädern zu tun. In Salzburg, wo die Seen und Freibäder zur warmen Jahreszeit einladend glitzern, herrscht ein eklatanter Mangel an geeigneten Wasserflächen. Das ist nicht nur für die Freizeitgestaltung ein Problem, sondern auch für die Sicherheit. Durchschnittlich ertrinken in Österreich jährlich 42 Menschen. Das macht die Notwendigkeit klar, dass wir etwas ändern müssen.

Ein Lichtblick am Horizont: In Seekirchen ist der Neubau eines Hallenbades für Kinder und Jugendliche geplant – mit einem Budget von 24 Millionen Euro. Das wird dringend benötigt, denn viele Eltern sind besorgt, dass ihre Kleinen nicht schwimmen können. Vor allem die Schwimmunion Salzburg sieht die Situation kritisch. Der Umbau des ULSZ Rif sorgt nicht nur für Existenzängste, sondern könnte auch zu einem jahrelangen Engpass führen. Lange Wartelisten für Schwimmkurse sind an der Tagesordnung – besonders für Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren. Das ist einfach nicht mehr tragbar.

Schwimmkurse und die Nachfrage

Die Salzburger Wasserrettung hat an 22 Ortsstellen 650 engagierte Mitglieder, die Schwimmkurse anbieten. Doch die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem. Die Situation ist so angespannt, dass Eltern oft Monate auf einen Platz für ihre Kinder warten müssen. Und während im Süden Salzburgs ausreichend Thermen und Hallenbäder vorhanden sind, schaut der bevölkerungsreiche Norden in die Röhre – das letzte öffentliche Hallenbad im Flachgau in St. Gilgen schloss vor 14 Jahren seine Pforten. Ein echter Skandal, wenn man bedenkt, dass immer mehr Kinder und Jugendliche nur unsicher schwimmen können.

Die Schwimmunion hat 40 ausgebildete Trainer, die eng mit Schulen in Wals und Anif zusammenarbeiten. Bei der Eröffnung des neuen Hallenbades in Seekirchen sollen auch spezielle Schwimmtrainings für Schulen angeboten werden. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber was ist mit den aktuellen Schwimmstunden? Die sind aufgrund der begrenzten Freibäder und Seen in Salzburg derzeit rar gesät. Und diejenigen, die schwimmen können, haben oft das Gefühl, dass ihre Fähigkeiten nicht ausreichen – 25% der Bevölkerung schätzen ihre Schwimmkenntnisse als „unsicher“ oder „mittelmäßig“ ein.

Ein besorgniserregendes Bild

Eine Studie aus dem Kuratorium für Verkehrssicherheit zeigt, dass bis 2025 der Anteil der Menschen, die nicht schwimmen können, bei 7 Prozent liegen wird – das sind etwa 630.000 Personen ab 5 Jahren! Besonders alarmierend ist, dass der Anteil der Nichtschwimmer bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 19 Jahren bei rund 10 Prozent liegt. Und das ist nicht genug: Rund 76.000 Kinder und Jugendliche können nur unsicher schwimmen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es keine Verbesserung in den Schwimmkenntnissen – die Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen und viele Schwimmkurse entfallen lassen. Vor allem die heute 11- bis 12-Jährigen haben darunter gelitten.

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Dr. Johanna Trauner Karner weist darauf hin, dass der Anteil an unsicheren bis mittelmäßigen Schwimmern sowie Nichtschwimmern besonders bei Menschen mit schlechteren Einkommensverhältnissen hoch ist. Das zeigt, wie wichtig eine flächendeckende Schwimmausbildung für alle ist, um die Sicherheit im Wasser zu erhöhen und das Risiko von Ertrinkungsunfällen zu minimieren. Die Allianz aus Sportverbänden, Schulen und Eltern hat bereits einen Appell an die Landesregierung gerichtet, der erfreulicherweise Gehör gefunden hat. Jetzt heißt es, den Neubau in Seekirchen zügig voranzutreiben und die Schwimmkurse für unsere Kinder auszubauen. Schließlich geht es um ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden.