Salzburgs Sommerwende: Ein Verkehrsversuch mit frischem Wind
Heute ist der 21.07.2026 und die Stadt Salzburg hat, wie ein frischer Wind, die ersten Wochen ihrer neuen Sommerregelung durch die Innenstadt hinter sich. Vor drei Wochen, am 1. Juli, wurden strenge Fahrverbote auf den zentralen Verkehrsachsen entlang der Salzach eingeführt, und die ersten Rückmeldungen sind durchweg positiv. Bürgermeister Bernhard Auinger von der SPÖ zeigt sich erfreut über die Bilanz – kein Stau-Chaos, sondern ein flüssiger Verkehr. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein! Und es scheint, als ob die Maßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen.
Die Zufahrt in die Innenstadt ist nun nur noch für Anrainer, regionale Pendler und Hotelgäste erlaubt. Man könnte meinen, dass das viele Salzburger:innen verärgert, aber die Rückmeldungen aus Stadtteilen wie Maxglan und Riedenburg sind erstaunlich positiv. Laut Auinger spürten die Anwohner eine echte Entlastung. Auch die Park&Ride-Flächen verzeichnen einen regen Zulauf: Über 50% mehr Ticketverkäufe in Salzburg-Süd im Vergleich zum Vorjahr und ein Plus von über 117% im Designer Outlet – das spricht Bände!
Die Kontrolle der Regelungen
Die Durchfahrtbeschränkungen werden von Polizei und privatem Wachdienst kontrolliert. Ja, auch wenn Berichte über ausländische Fahrzeuge in der Altstadt auftauchen, bleibt die Überwachung nicht lückenlos. Es gibt zwar keine genauen Zahlen zu Verwarnungen und Strafen, aber die Stadtpolitik denkt bereits über videobasierte Überwachung nach. Zunächst soll das für das Neutor getestet werden. Man fragt sich schon, wie das wohl ankommen wird. Auf jeden Fall wird die finale Evaluierung mit detaillierten Zahlen für Ende des Jahres angestrebt.
Intensive Diskussionen gibt es auch über die Kritik, die an der Regelung laut wird. Insbesondere der Ausschluss von Bewohner:innen aus Gebirgsgaue wird zurückgewiesen. Die 50-Kilometer-Radius-Regelung hat EU-rechtliche Gründe, was sicher nicht jeder auf Anhieb versteht. Stadträtin Anna Schiester von der Bürgerliste zieht ebenfalls ein positives Fazit, aber die Salzburger Neos sind mit der Sommerregelung unzufrieden und fordern ein umfassendes Konzept zur Verkehrsentlastung. Es bleibt also spannend, was in den kommenden Jahren noch alles auf den Tisch kommt.
Die Mobilitätswende im Blick
Eine aktuelle Untersuchung im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, wie wichtig die Mobilitätswende ist. Hier steht das Straßenverkehrsrecht im Fokus. Es hemmt die gezielte Förderung der Mobilitätswende, da es zu stark auf Verkehrssicherheit ausgelegt ist. Die Empfehlung, das Straßenverkehrsgesetz und die Straßenverkehrsordnung zu novellieren, könnte auch für Salzburg von Bedeutung sein. Kommunen sollten Bebauungspläne in ihre Verkehrspolitik integrieren und mit den Straßenverkehrsbehörden abstimmen.
Die Lücke in der deutschen Gesetzgebung ist auch ein Punkt, der angesprochen wird. Eine fehlende Vorschrift für integrierte kommunale Verkehrskonzepte könnte bald der Vergangenheit angehören, wenn die Empfehlungen umgesetzt werden. Ziel ist es, Klima- und Umweltschutz, Gesundheit und städtebauliche Entwicklung ganzheitlich zu berücksichtigen. Das könnte nicht nur für Salzburg, sondern für viele Städte ein richtungsweisender Schritt in die Zukunft sein.
