In Düsseldorf, während der Feierstunde zur Verleihung des Integrationspreises 2026, hat Miriam Koch, die städtische Spitzenbeamtin für Integration und Kultur, eine eindringliche Botschaft ausgesendet. Mit einem Zitat aus dem Lied „Schrei nach Liebe“ der Ärzte, das sich mit den Themen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz auseinandersetzt, hat sie auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen aufmerksam gemacht. Komischerweise war das Düsseldorfer Schauspielhaus mit den Klängen des Konzerts der Toten Hosen verbunden, wo 50.000 Menschen zusammenkamen, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und Rassismus zu setzen. Hier wird deutlich, wie stark der Wunsch nach Hoffnung und Zusammenhalt in der Luft liegt.

Koch äußerte Besorgnis über den Druck auf demokratische Institutionen und die Zunahme menschenfeindlicher Positionen. In einer Zeit, in der mehr als 40 Prozent der Düsseldorfer Bevölkerung eine internationale Familiengeschichte haben, ist es essenziell, Haltung zu zeigen. Haltung heißt nicht wegzuschauen, sondern aktiv für Humanität, Solidarität, Respekt und demokratische Grundwerte einzutreten. Der Lions Club Düsseldorf-Carlstadt hat diesen Gedanken mit dem Integrationspreis, der dieses Jahr zum neunten Mal verliehen wurde, in den Vordergrund gerückt. Fünf Projekte wurden ausgezeichnet, die unter dem Motto „Zusammenhalt durch Haltung! Engagement für ein demokratisches Miteinander“ stehen. Insgesamt haben sich 33 Projekte beworben – die höchste Anzahl bisher. Das spricht Bände über das Engagement in der Stadt!

Ein Blick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Am 25. November 2020 versuchte die AfD im Bundestag, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken – oder besser gesagt, zu definieren, was sie darunter versteht. Ihr Antrag forderte die Aufhebung des nationalen Aktionsplans gegen Rassismus, da sie die Maßnahmen als spaltend ansahen. Eine kurvenreiche Argumentation, die sich gegen die Thematisierung von Rassismus wandte, indem sie behaupteten, dass dies die deutsche Mehrheitsgesellschaft unter Generalverdacht stelle. So wird deutlich, dass der Diskurs um Zusammenhalt in Deutschland mit verschiedenen Herausforderungen wie der Flüchtlingskrise und der Coronapandemie verknüpft ist.

Der Begriff des gesellschaftlichen Zusammenhalts hat sich in den letzten Jahren zu einem politischen Leitwert entwickelt, der in vielen politischen Lagern Zustimmung findet. Doch hier wird es knifflig: Zu starker Zusammenhalt kann autoritäre Tendenzen fördern, während ein zu schwacher Zusammenhalt die demokratische Streitkultur gefährdet. Es gibt also viel zu bedenken, wenn es darum geht, wie wir ein inklusives und respektvolles Miteinander gestalten können.

Auf dem Weg zur Integration

Die Zuwanderung verändert unsere Gesellschaft auf vielfältige Weise. Erfolgreiches Zusammenleben erfordert Respekt, geteilte demokratische Werte und Gleichberechtigung – das ist keine neue Erkenntnis, aber eine, die oft in der Hektik des Alltags untergeht. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat Programme ins Leben gerufen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Dr. Oliver Steinert, Gruppenleiter für Grundsatzfragen der Integration, betont die Notwendigkeit von Offenheit für Vielfalt und ehrenamtlichem Engagement. Der Ansatz des Bundesprogramms „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (BGZ) zielt darauf ab, Begegnungen auf Augenhöhe zu schaffen und die Wertschätzung füreinander zu fördern.

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Die geförderten Projekte sind nicht nur Zahlen auf einem Papier; sie sind kleine Impulse, die auf gesamtgesellschaftlicher Ebene Vielfalt gestalten und Teilhabe ermöglichen sollen. Es ist eine wichtige Aufgabe, die nicht nur den Zugewanderten zugutekommt, sondern uns alle betrifft. Denn letztlich hängt unser Zusammenleben davon ab, wie gut wir es schaffen, Brücken zu bauen und Vorurteile abzubauen. In dieser Hinsicht spielt der Integrationspreis in Düsseldorf eine zentrale Rolle, indem er Projekte würdigt, die sich aktiv für ein respektvolles Miteinander einsetzen.