Verkehrschaos in Wien: E-Scooter und Autofahrer im Visier der Polizei
In den letzten Tagen hat die Verkehrssicherheit in Wien ein besonders heißes Thema aufgegriffen. Die Polizei hat gleich zwei Schwerpunktaktionen ins Leben gerufen, die sowohl Autofahrer als auch E-Scooter-Nutzer ins Visier genommen haben. Man könnte sagen, die Stadt ist auf der Suche nach Ordnung im Verkehrsdschungel.
Am 26. Juni 2026 war die Rotenturmstraße Schauplatz einer intensiven Kontrolle. Hierbei ging es hauptsächlich um die Autoposer-Szene. Die Beamten führten 89 Alkovortests durch, was schon mal zeigt, dass man nicht zu leichtfertig mit Alkohol umgehen sollte. Insgesamt wurden 73 Anzeigen erstattet und 27 Organmandate erhoben. Für die Autofahrer war das ein echter Weckruf, denn unter den kontrollierten Fahrzeugen wurden 15 mit schweren Mängeln identifiziert, darunter sogar ein Fahrzeug, das als gefährlich eingestuft wurde.
E-Scooter und ihre Tücken
Am Tag darauf, dem 27. Juni, verschob sich der Fokus nach Floridsdorf. Hier standen E-Scooter, E-Roller und Fahrräder auf dem Prüfstand. Zehn E-Scooter- und E-Roller-Lenker mussten sich wegen überhöhter Geschwindigkeit verantworten – die Höchstgeschwindigkeit lag bei schockierenden 51 km/h! Das ist wie ein schleichender Blitz auf zwei Rädern. Ein alkoholisierter E-Scooter-Lenker wurde ebenfalls erwischt, und auch zwei Fahrradfahrer hatten ihren Alkoholpegel wohl nicht im Griff. Einer von ihnen wies sogar 1,6 Promille auf, während der andere einen Alkomattest nach auffälliger Fahrweise verweigerte.
Das Thema Alkohol scheint sich wie ein roter Faden durch diese Kontrollen zu ziehen. Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) sind 12 % der verunfallten E-Scooter-Lenker alkoholisiert, was im Vergleich zu Pkw- und Motorradfahrern signifikant höher ist. Das Durchschnittsalter der verunglückten E-Scooter-Fahrer liegt bei 34 Jahren – jünger als bei E-Bikes und Fahrrädern. Das lässt einen schon nachdenklich werden, besonders wenn man bedenkt, dass 90 % der alkoholisierten Fahrer einen Blutalkoholwert von über 1,0 Promille hatten.
Unfall im Wasserpark
Ein weiterer Vorfall, der die Sicherheitslage unterstreicht, ereignete sich kurz vor Mitternacht in einem Wasserpark. Ein 21-jähriger E-Bike-Lenker hatte unverantwortlicherweise eine zweite Person mitgenommen und stürzte bergab, was ihn schwer verletzte. Glücklicherweise blieb die Mitfahrerin unverletzt, aber der Vorfall zeigt, wie schnell es gehen kann, wenn man die Vorschriften missachtet.
Die steigenden Zahlen von E-Scooter-Unfällen sind alarmierend: Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Verletzten hat sich seit 2019 verfünffacht! Im Jahr 2023 waren es bereits 6.000. Das ist kein Spaß mehr und lässt sich nicht mehr ignorieren – vor allem, wenn man bedenkt, dass 77 % der Unfälle selbstverschuldet sind. Und während die Helmpflicht in Österreich nur für Kinder unter 12 Jahren gilt, fordern viele Experten eine Ausweitung dieser Regelung auf alle Fahrer. Die Helmtragequote liegt nur bei etwa 9 %, und bei Leih-Scootern ist sie noch geringer.
Die Polizei und Verkehrssicherheitsorganisationen appellieren eindringlich an die E-Scooter-Fahrer, verantwortungsvoll zu handeln: Helm tragen, Verkehrsregeln beachten, nicht alkoholisiert fahren und Rücksicht auf andere nehmen – das sind die wichtigsten Punkte. Denn letztlich sollten wir alle sicher nach Hause kommen, egal ob auf zwei oder vier Rädern!
