Heute ist der 28.05.2026 und wir werfen einen Blick auf ein Thema, das in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt ist: Periodenarmut. Ein Begriff, der wohl kaum jemandem fremd ist, aber dennoch oft im Schatten anderer sozialer Probleme steht. In Österreich wurde zum 1. Januar 2026 die Steuer auf Periodenprodukte vollständig abgeschafft. Ein Schritt, der überfällig war, denn davor wurden diese Hygieneartikel genauso hoch besteuert wie Luxusgüter. Ein Skandal, wenn man bedenkt, dass Hygieneprodukte im Laufe eines Lebens mehr als 2500 Euro kosten können – das ist eine nicht zu unterschätzende finanzielle Belastung für viele, vor allem für junge Menschen, Alleinerziehende und Frauen mit geringem Einkommen.

Doch die Abschaffung dieser Steuer allein reicht nicht aus. Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer Salzburg zeigt, dass nicht alle Einzelhändler diese Senkung an die Kundinnen weitergeben. Während Märkte wie DM und Spar die Preise gesenkt haben, hat Bipa die Preise vieler Hygieneprodukte sogar erhöht – im Durchschnitt nur um 3,7 Prozent gesenkt. Merkwürdig, oder? Einige Produkte sind trotz der Steuerabschaffung teurer geworden. So sind rund 500.000 Menschen in Österreich von Periodenarmut betroffen. Diese Zahl ist nicht nur erschreckend, sie wirft auch Fragen zu Geschlechtergerechtigkeit auf.

Ein globales Problem

Periodenarmut ist nicht nur ein österreichisches Phänomen, sondern ein globales Problem. Mädchen und junge Frauen in vielen Teilen der Welt können aufgrund finanzieller Engpässe oft nicht zur Schule gehen. Fehlender Schulbesuch bedeutet nicht nur verpassten Unterricht, sondern auch eingeschränkte Berufsmöglichkeiten. In Ländern, in denen Frauen nicht die gleichen Rechte wie Männer haben, ist dies besonders dramatisch. Junge Menschen, die während ihrer Periode zu Hause bleiben müssen, haben nicht nur das Problem, dass sie keinen Unterricht besuchen können, sondern sie verlieren auch die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Ein Teufelskreis!

Weltweit menstruieren täglich bis zu 300 Millionen Menschen. Der Zugang zu Hygieneartikeln ist essenziell, um Infektionen zu vermeiden. Das sind nicht nur Binden und Tampons, sondern auch Schmerzmittel für die oft schmerzhafte Zeit. Menstruationsarmut betrifft 23 bis 32 Prozent aller menstruierenden Personen. Ja, das sind Zahlen, die nachdenklich stimmen. Die Realität zeigt, dass unzureichende Hygiene zu Scham und peinlichen Situationen führen kann, wenn Blutflecken auf Kleidung sichtbar werden.

Der Weg zur Besserung

Die Kampagne „Runter mit der Tamponsteuer“ wurde 2017 von #aufstehn ins Leben gerufen und hat den Diskurs über Menstruation geöffnet. Die Autorin Philine Dressler, Kampagnenleiterin bei #aufstehn, hat einen Hintergrund in Feminismus und Gewaltschutz und setzt sich unermüdlich für weitere Maßnahmen ein. Forderungen nach kostenlosen Menstruationsprodukten in Schulen und öffentlichen Toiletten werden laut. Universitäten sollten ebenfalls aktiv werden und Menstrual Health Management fördern, um chancengleiche Bedingungen zu schaffen. Einige Hochschulen in Deutschland haben bereits Schritte in diese Richtung unternommen, während an der Universität Würzburg ein Spender mit kostenlosen Menstruationsprodukten bereitgestellt wird.

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Es gibt also Lichtblicke, aber auch noch viel zu tun! Auf jeden Fall ist es klar, dass der Weg zur Beseitigung von Periodenarmut und zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit noch lang ist. Umso mehr ist es wichtig, dass wir weiterhin über diese Themen sprechen und sie nicht in den Hintergrund drängen. Denn jede Stimme zählt, und vielleicht, nur vielleicht, schaffen wir es gemeinsam, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen.