In Österreich sind die Krankenstände seit 2022 auf einem hohen Niveau und scheinen nicht abzunehmen. Laut dem Fehlzeitenreport 2026, erstellt vom WIFO im Auftrag des Dachverbands WKÖ und der Bundesarbeitskammer, liegt die durchschnittliche Anzahl an Krankenstandstagen im Jahr 2025 bei 14,7 – ein kleiner Rückgang von 15,4 Tagen im Jahr 2023. Dies ist der höchste Wert seit 1993, und wenn man die Vor-Covid-Zeiten betrachtet, lag man zwischen 12,3 und 13,3 Tagen. Es wird klar, dass dieser Anstieg nicht nur ein lokales Phänomen ist, sondern Teil eines internationalen Trends, der die Mehrheit der OECD-Länder betrifft, einschließlich Deutschland.

Die Ursachen für diesen Anstieg sind vielfältig. Eine Zunahme an Atemwegserkrankungen, die zum Teil durch Covid verursacht sind, spielt eine Rolle. Aber auch der Anstieg psychischer Erkrankungen ist nicht zu unterschätzen. Zudem haben viele Menschen eine erhöhte Sensibilität entwickelt; sie bleiben bei Unsicherheiten lieber zuhause, was zu weniger Präsenz am Arbeitsplatz führt. Interessanterweise machen Muskel- und Skeletterkrankungen (MSB) 19,1% der Krankenstandstage aus, während Atemwegserkrankungen sogar 24,3% ausmachen. Besonders betroffen sind ältere Arbeitnehmer ab 55 Jahren, bei denen MSB-Erkrankungen 28,7% der Krankenstandstage ausmachen, während junge Männer häufiger von Verletzungen betroffen sind.

Der Weg zu gesunden Arbeitsplätzen

Ein entscheidender Punkt, um diesen Krankenständen entgegenzuwirken, ist die Prävention. Man könnte sagen, dass gesunde Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ergonomische Arbeitsabläufe wie der Schlüssel zu einem gesunden Arbeitsumfeld sind. Tatsächlich ist der Anteil der MSB-Erkrankungen seit 2011 gesunken – von 22,1% auf 19,1%. Das hat viel mit den Verbesserungen in der Arbeitswelt zu tun: Manuelle Lasten wurden beispielsweise von 50 kg auf 25 kg reduziert, und ergonomische Arbeitsplätze sowie der Einsatz von Förderbändern und Gabelstaplern sind mittlerweile Standard.

Doch trotz dieser Fortschritte verbringen Menschen etwa 90% ihrer Lebenszeit außerhalb der Arbeit. Das fördert Übergewicht und Bewegungsmangel. Laut aktuellen Daten ist jeder sechste Österreicher im Jahr 2023 betroffen, im Vergleich zu jedem siebten im Jahr 2013. Zudem sind 22% der Männer und 24% der Frauen physisch inaktiv. Und das hat auch Folgen: Die Kosten für Unternehmen durch Krankenstände belaufen sich auf mindestens 300 Euro pro ausgefallenem Arbeitstag. Diese Abwesenheiten verringern das Arbeitsvolumen um 4% im Jahr 2025.

Gesunde Führung und Betriebsklima

Ein gesundes Betriebsklima ist geradezu entscheidend, um krankheitsbedingte Fehlzeiten zu minimieren. Wenn die Beschäftigten in einem positiven Umfeld arbeiten, sind sie eher bereit, krankheitsbedingte Ausfälle durch Mehrarbeit zu kompensieren. Gesundheitsgerechtes Verhalten wird gefördert, und eine konstruktive Fehlerkultur trägt ebenfalls zur Verbesserung des Arbeitsumfelds bei. Fehlzeitenanalysen sind mittlerweile in vielen Unternehmen üblich und helfen dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen. Doch Unternehmensstatistiken allein sind oft nicht ausreichend, um klare Rückschlüsse zu ziehen. Hier können Krankenkassen mit Ursachen- und Krankenstandsanalysen unterstützen.

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Es ist wichtig, dass die Unternehmensleitungen die krankheitsbedingten Fehlzeiten analysieren und daraus Schlüsse ziehen, um Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung zu ergreifen. Ein Beispiel ist die AOK, deren Analyse eine solide Basis für solche Maßnahmen darstellen kann. Letztlich zeigt sich, dass die Gesundheit der Beschäftigten – insbesondere ihre psychische Gesundheit – an Bedeutung gewinnt, besonders in Zeiten von Krisen wie der Corona-Pandemie. In einer Längsschnittstudie, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung durchgeführt wurde, wurde untersucht, wie individuelle, berufliche und betriebliche Rahmenbedingungen die Gesundheit beeinflussen.

Gesunde Arbeitsbedingungen sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Es ist höchste Zeit, dass wir alle Verantwortung übernehmen – für uns selbst und für unsere Mitmenschen, um gemeinsam ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen.