Am 31. Mai 2026 erlebte die Kameradschaft Stuhlfelden ein wahres Fest der Gemeinschaft. Die traditionelle Feldmesse fand am malerischen Kirchberg in Stuhlfelden statt und lockte zahlreiche Besucher an. Unter dem strahlend blauen Himmel hielt Pfarrer Dlugopolsky eine bewegende Predigt, in der er die verschiedenen Formen der Kameradschaft beleuchtete und deren Bedeutung für die Gemeinde, die Kirche und die Gesellschaft hervorhob. Es war ein Moment, der zum Nachdenken anregte – wie wichtig ist der Zusammenhalt in unserer schnelllebigen Zeit?
Die musikalische Gestaltung übernahm ein Quartett der Trachtenmusikkapelle Stuhlfelden. Ihre Melodien schwebten durch die Luft und sorgten für eine feierliche Atmosphäre, die das Herz erwärmte. Es war bereits die fünfte Feldmesse, die an diesem besonderen Ort unter freiem Himmel stattfand – ein kleines Jubiläum, das die Besucher sichtlich erfreute. Eine Abordnung der Kameradschaft Viechtwang aus Oberösterreich wurde herzlich empfangen. Zwischen den beiden Vereinen bestehen familiäre Verbindungen, die durch Lydia Bacher, die Tochter des KB-Obmannstellvertreters Anton Egger, symbolisiert werden. Lydia ist nicht nur ein bekanntes Gesicht in der Region, sondern auch Sängerin der Gruppe „Hubi Urknall und die Polkafreunde“, die das anschließende Beisammensein mit humorvollen Einlagen und Oberkrainer-Melodien bereicherte.
Ein Fest der Traditionen
Die Feldmesse am Kirchberg ist nicht nur ein religiöses Ereignis, sondern auch ein Ausdruck von Tradition und Kameradschaft. Der Zelebrant der letzten Feldmesse, Kooperator Josef Grünwald, sprach über Frieden und die Hoffnung auf gedeihliches Wetter. Musikalisch umrahmt von der Bläsergruppe der Trachtenmusikkapelle, war jede Note ein Teil des harmonischen Ganzen. Die Verpflegung wurde von der Verpflegungsmannschaft der Kameradschaft Stuhlfelden organisiert – und, wie immer, kam die Gemeinschaft zusammen, um zu feiern und zu schlemmen. Bruno und Roland Wimmer sorgten mit ihrem musikalischen Abschluss dafür, dass niemand still sitzen blieb.
Die Bilder, die von Gundi Egger festgehalten wurden, zeigen nicht nur die Bläsergruppe mit Kapellmeister Fritz Voithofer, sondern auch die lebendige Gemeinschaft, die sich um die Kameradschaftsfahne versammelte. Das Zusammenkommen von Jung und Alt, das Lachen, die Gespräche und die Freude am Miteinander waren spürbar. Es wird deutlich: Die Kameradschaft Stuhlfelden hat sich nicht nur der Pflege ihrer Traditionen verschrieben, sondern auch der Fürsorge für Kriegsgräber und der Erinnerung an gefallene Soldaten. Diese Vereine, oft als Kriegervereine bezeichnet, haben eine lange Geschichte, die über das bloße Feiern hinausgeht.
Ein Blick in die Geschichte
Kriegervereine wurden nach den Koalitionskriegen gegründet, um den ehemaligen Soldaten und ihren Hinterbliebenen eine Stimme zu geben und ihre Anliegen zu vertreten. Sie haben sich im Laufe der Jahre gewandelt, doch der Kern ihrer Mission bleibt: die Förderung der Kameradschaft und der Erhalt des Brauchtums. Ursprünglich waren diese Vereine parteipolitisch unabhängig, doch im Laufe der Zeit gab es immer wieder Spannungen und Auseinandersetzungen – die Geschichte ist oft komplex und vielschichtig. Heute liegt der Schwerpunkt auf dem regionalen Vereinsleben und der Unterstützung von Veteranen.
In Österreich sind Veteranenvereine seit der Umgestaltung der k.k. Landwehr 1893 aktiv und spielen eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft. Sie stehen für Zusammenhalt und Erinnerung, und das wurde bei der Feldmesse am Kirchberg in Stuhlfelden eindrucksvoll deutlich. Hier wird nicht nur die Vergangenheit geehrt, sondern auch die Zukunft der Gemeinschaft gefeiert – mit Musik, Freude und einem unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Kameradschaft.
