Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind ein drängendes Thema, das viele Menschen betrifft. In der EU sind sie die häufigste Todesursache und fordern jährlich 1,7 Millionen Menschenleben. Besonders alarmierend ist, dass jährlich im Wiener Gesundheitsverbund 1.700 Herzinfarkte behandelt werden. Doch trotz dieser hohen Zahl hat sich die akute Mortalität bei Herzinfarkten in den letzten 50 Jahren um beeindruckende 90 % reduziert. Dies ist ein Lichtblick, der zeigt, wie wichtig präventive Maßnahmen sind.
Die Klinik Landstraße hat sich darauf spezialisiert, Patienten nach einem Herzinfarkt durch Sekundär-Prävention zu unterstützen. Diese beginnt bereits im Krankenhaus, direkt nach dem Vorfall. Ziel ist es, das Risiko weiterer kardiovaskulärer Ereignisse innerhalb der nächsten zehn Jahre zu senken. Eine Studie hat gezeigt, dass bereits eine Senkung des LDL-Cholesterins von 66 auf 56 mg/dl das Risiko um ein Drittel verringern kann. Dennoch nehmen weniger als 20 % der Patienten an Rehabilitationsprogrammen teil, was ein ungenutztes Potenzial darstellt.
Der Safe Hearts Plan und seine Ziele
Ein entscheidender Schritt in der Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der am 16. Dezember 2025 genehmigte EU-Kardiovaskuläre Gesundheitsplan, bekannt als „Safe Hearts“. Dieser Plan hat nicht nur das Ziel, die Herzgesundheit in Europa zu verbessern, sondern auch Ungleichheiten abzubauen und die Prävention zu stärken. Er basiert auf drei strategischen Säulen: Prävention, Früherkennung und Screening sowie Behandlung und Pflege.
Die Europäische Kommission plant, bis 2027 alle Mitgliedstaaten bei der Entwicklung nationaler kardiovaskulärer Gesundheitspläne zu unterstützen. Dazu gehören Maßnahmen wie die Überarbeitung der Tabakkontrollgesetzgebung und die Einführung von Abgaben auf stark verarbeitete Lebensmittel, die reich an Salz, Fett oder Zucker sind. Auch die Verbesserung der Verbraucherinformation über Lebensmittelverarbeitung steht auf der Agenda.
Ein ganzheitlicher Ansatz zur Herzgesundheit
Der „Safe Hearts Plan“ ist nicht nur ein reiner Präventionsansatz, sondern zielt auch darauf ab, den Zugang zu integrierter, patientenzentrierter Pflege zu verbessern. Dies umfasst innovative Therapien sowie die Bekämpfung bestehender Ungleichheiten, die den Zugang zu einer adäquaten Versorgung behindern. Präsidentin von der Leyen hat die Intensivierung der Arbeit der Europäischen Kommission im Bereich der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen angekündigt, was zeigt, wie ernst das Thema genommen wird.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Förderung von digitalen Innovationen, die helfen sollen, Risikopersonen schneller zu identifizieren und die Behandlungsqualität zu erhöhen. Zu den geplanten Initiativen gehören unter anderem ein lebensbegleitendes, personalisiertes Präventionsprogramm und eine EU-Übersichtstafel zu Ungleichheiten in der Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Gemeinsam gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
In Wien überleben 97 von 100 Patienten ihren Herzinfarkt, was ein ermutigendes Zeichen ist. Doch der langfristige Erfolg der Maßnahmen hängt von der aktiven Teilnahme aller Beteiligten ab. Der Kongress „Kardiologie im Dialog“, der am 24. und 25. April stattfindet, fördert den Austausch zwischen klinischen Experten, Hausärzten und Kardiologen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass alle Akteure zusammenarbeiten, um die Herzgesundheit zu verbessern und die Herausforderungen zu meistern, die mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind.
Die Kombination aus individueller Anpassung, einer starken Sekundär-Prävention und der umfassenden Strategie des „Safe Hearts Plans“ könnte der Schlüssel sein, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. Es bleibt zu hoffen, dass die kommenden Jahre zeigen, wie wirksam diese Maßnahmen tatsächlich sind.
Für weitere Informationen zu den Maßnahmen und Zielen des „Safe Hearts Plans“ besuchen Sie bitte diese Seite oder erfahren Sie mehr über die Herzgesundheit in der EU auf dieser Plattform.