In Salzburg ist der Bedarf an Kinderbetreuung so hoch wie nie zuvor, und während viele Eltern auf der Suche nach Unterstützung sind, bleibt die Frage der geeigneten Betreuungspersonen oft unbeantwortet. Insbesondere der Großelterndienst des katholischen Familienverbands hat sich als wertvolle Anlaufstelle für Familien etabliert. Dieser Dienst vermittelt Leihomas und Babysitter an Eltern, die Unterstützung benötigen, und trägt dazu bei, eine große Lücke zu schließen, wenn die eigenen Großeltern nicht in der Nähe sind.
Julia Ortmann-Radau vom katholischen Familienverband hebt hervor, dass der Fokus des Dienstes nicht auf finanziellen Aspekten, sondern auf menschlichem Kontakt und Alltagsunterstützung liegt. Es handelt sich um einen reinen Vermittlungsdienst, bei dem die Bezahlung direkt zwischen den Leihomas und den Familien erfolgt. Der empfohlene Stundenlohn liegt zwischen 12 und 15 Euro und wird individuell ausgehandelt. Aktuell gibt es 90 aktive Leihomas und 20 Babysitter, die insgesamt 242 Familien betreuen. Ein besonderes Merkmal dieser Betreuung ist, dass die Leihomas haftpflichtversichert sind, wenn sie über den Dienst arbeiten.
Hohe Nachfrage und Mangel an Betreuungskräften
<pTrotz der hohen Nachfrage nach Kinderbetreuung besteht in Salzburg seit 30 Jahren ein anhaltender Mangel an Betreuungsplätzen. Eltern berichten von dringendem Bedarf, insbesondere bei kurzfristigen Jobwechseln, wenn plötzlich eine Betreuung nötig wird. Wöchentliche Betreuungszeiten von vier Stunden lassen sich leichter organisieren als eine Vollzeitbetreuung von 30 Stunden pro Woche. Dies zeigt, wie flexibel der Großelterndienst ist, um den Bedürfnissen der Familien gerecht zu werden.
Besonders hervorzuheben ist, dass viele Familien diesen Dienst in Anspruch nehmen, weil die eigenen Eltern nicht vor Ort sind. Der katholische Familienverband sucht daher dringend nach weiteren Leihomas, um dieses wichtige Angebot aufrechtzuerhalten. Die Leihomas sind in der Regel rüstige ältere Damen, die stundenweise Kinder im privaten Rahmen betreuen und dabei eine vertrauensvolle Beziehung zu den Familien aufbauen.
Die Rolle der Leihomas
Leihomas übernehmen vielfältige Aufgaben, von der Abholung der Kinder bis hin zu Ausflügen, Beaufsichtigung, Spielen und Vorlesen. Sie unterstützen die Kinder auch bei den Hausaufgaben und nehmen an Festen teil. Anders als Babysitter sind Leihomas feste Vertrauenspersonen, die über einen längeren Zeitraum hinweg betreuen. Für viele ältere Damen ohne eigene Enkelkinder oder mit weit weg wohnenden Enkeln bietet sich hier die Möglichkeit, ihre Lebensfreude und ihr Wissen weiterzugeben.
Das Engagement als Leihoma ist nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung, sondern bietet auch die Chance, zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen. Interessierte benötigen keine speziellen Ausbildungen, sondern sollten einfach Interesse an Menschen und Flexibilität mitbringen. Eine Kontaktaufnahme ist über verschiedene Kanäle möglich, etwa über Gemeinde- oder Stadtteiltreffs, Aushänge oder gemeinnützige Organisationen wie das Rote Kreuz oder die Caritas.
Für die Leihomas ist es wichtig, dass die Chemie zwischen ihnen und der Familie stimmt. Dies ist entscheidend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Bezahlung für Leihomas kann entweder auf Ehrenamtlicher Basis oder als Minijob erfolgen, wobei der Stundenlohn ab 12,41 Euro liegt und oft zwischen 13 und 18 Euro variiert. Auch die Möglichkeit, als Leihoma ins Ausland zu gehen, um dort in Familien zu helfen, ist gegeben.
Insgesamt bietet der Großelterndienst nicht nur eine Lösung für die Betreuungsproblematik in Salzburg, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit für ältere Damen, wieder Teil des Lebens junger Familien zu werden. Wenn Sie mehr über den Dienst erfahren möchten, finden Sie weitere Informationen unter diesem Link.