Am 4. Mai wird die charmante Gertraud Wimmer, geborene Siller, stolze 80 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern, ohne Zweifel! Aufgewachsen in St. Koloman beim Unterascher, hat sie schon früh Verantwortung übernommen – am elterlichen Hof, versteht sich. Mit ihrem unermüdlichen Fleiß und einem Herz aus Gold hat sie Generationen geprägt. 1964/65 besuchte sie die Haushaltsschule Winklhof in Oberalm, wo sie die Grundlagen für die kulinarischen Köstlichkeiten erlernte, die sie später servieren sollte.
Am 19. Mai 1968 heiratete sie Norbert Wimmer vom Oberascherhof, und gemeinsam übernahmen sie den Oberascherhof sowie die Wimmeralm am Trattberg. Hier prägte Gertraud über Jahrzehnte das Leben am Hof und auf der Alm – ein ganzes Leben voller Hingabe! 35 Sommer lang bewirteten sie Gäste mit hausgemachten Spezialitäten. Wer einmal in den Genuss ihrer berühmten Bauernkrapfen oder Pofesen kam, weiß, was für eine Gaumenfreude das ist.
Familie und Tradition
Drei Kinder, Norbert, Monika und Bernhard, hat das Paar großgezogen, und auf ihre sieben Enkelkinder ist Gertraud besonders stolz. Ihre Tochter Monika bezeichnet sie als „Bombenfrau“ und „Perle von Mensch“ – das sagt doch alles über die Herzlichkeit, die Gertraud ausstrahlt. Ihre Familie ist nicht nur eine Quelle der Freude, sondern auch ein Anker in der Tradition der Almwirtschaft.
Die Wimmeralm, ursprünglich als Ascherschmiedhütte bekannt, hat eine weitreichende Geschichte. 1846 wurde sie von Simon Wimmer und dem Oberascherhof erworben. Almwirtschaft wurde hier schon lange vorher betrieben. Die Produkte – Butter und Käse – wurden früher mit der „Kraxn“ ins Tal getragen. Ein mühsamer, aber auch sehr traditioneller Prozess! 1955 bewirtschafteten Susanne und Simon Wimmer die Alm erstmals als Schutzhütte, und Gertraud und Norbert übernahmen 1976 den Familienbetrieb, um diese Tradition fortzuführen.
Ein Stück Heimat
Almen sind nicht nur ein Lebensraum für Tiere, sondern auch ein Ort, wo Traditionen und Bräuche lebendig gehalten werden. In Österreich gibt es rund 8.400 Almen, die sich über 20% der Staatsfläche erstrecken. Diese Kulturlandschaften haben sich über Jahrtausende durch landwirtschaftliche Nutzung herausgebildet und sind für ihre gepflegte Landschaft und das grüne Weidevieh bekannt. Hier arbeiten etwa 7.000 Hirtinnen und Hirten, die mit viel Engagement und Idealismus die Almwirtschaft betreiben.
Die Wimmeralm ist ein Teil dieser lebendigen Tradition. Die Erhaltung solcher Almen ist dem Fleiß von Menschen wie Gertraud Wimmer zu verdanken, die mit Herzblut für ihre Gäste und die Natur arbeiten. Mit einem umfangreichen Umbau der Almhütte von 1987 bis 1992 wurde sie zeitgemäß modernisiert, wobei der familiäre Zusammenhalt und die Qualität des Angebots stets im Vordergrund standen. Das Wohl der Gäste wird hier großgeschrieben – nicht nur bei den Speisen, sondern auch bei der herzlichen Bewirtung.
Gertraud Wimmer ist nicht nur eine „Perle von Mensch“, sondern auch eine wahre Botschafterin der Almwirtschaft. Ihre Lebensgeschichte ist ein lebendiges Zeugnis für die Bedeutung von Tradition, Familie und der Erhaltung unserer Kulturlandschaften. Sie feiert nicht nur ihren Geburtstag, sondern auch die Werte, die uns alle verbinden – die Liebe zur Natur, zur Familie und zu den kulinarischen Schätzen unserer Heimat.