Heute ist der 29.05.2026 und das Wetter in Salzburg könnte nicht besser sein. Die Sonne strahlt vom Himmel und die Menschen schlendern fröhlich über den Marko-Feingold-Steg. Hier findet derzeit die Freiluft-Ausstellung mit dem Titel „Was ist Chuzpe?“ statt. Ein Wort, das aus dem Jiddischen stammt und im Hebräischen „Frechheit, Anmaßung, Dreistigkeit, Unverschämtheit“ bedeutet. In der Ausstellung wird eine spannende Mischung aus intelligentem Widerstand und charmantem Mut präsentiert.

Die Kuratoren Albert Lichtblau und Hannes Sulzenbacher haben sich auf eine bedeutende Thematik konzentriert: Selbstschutz und aktiver Widerstand. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Erwartungen oft schwer auf den Schultern lasten, zeigt diese Ausstellung, dass es Mut braucht, um diese zu durchbrechen. Ein Beispiel aus der Geschichte, das hier eindrucksvoll erzählt wird, ist das von Schauspielerin Dorothea Neff, die während der Nazi-Zeit eine jüdische Freundin versteckte und ihr sogar ihre persönlichen Dokumente zur Spitalsbehandlung gab. Solche Geschichten berühren und regen zum Nachdenken an.

Mutige Persönlichkeiten im Fokus

Die Ausstellung stellt auch den Kaufmann Martin Friedländer vor. Im Jahr 1935 zeigte er Flagge für die zionistische Bewegung und ging 1939 ins Exil nach Australien – ein klarer Akt der Chuzpe. Und dann ist da noch Marko Feingold, ein Überlebender des Holocaust, der nicht nur Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg war, sondern sich auch unermüdlich gegen Antisemitismus einsetzte. Sein Besuch bei einem jungen Mann in Untersuchungshaft, bei dem er die Gefängniskost mit der im KZ verglich, ist ein eindringliches Beispiel für seinen unerschütterlichen Mut.

Kurator Hannes Sulzenbacher hat es treffend formuliert: Chuzpe beschreibt die Fähigkeit, sich nicht einschüchtern zu lassen und das Richtige zu tun. Das spiegelt sich auch in den vielen Geschichten wider, die in der Ausstellung erzählt werden. Hanna Feingold bringt es auf den Punkt, wenn sie Chuzpe als „Frechheit, angereichert mit Verstand, Kraft und etwas Geschmack“ beschreibt. Ein schöner Gedanke, der zu einem Lächeln anregt, während man durch die Ausstellung schlendert.

Interaktive Elemente und digitale Einblicke

Ein weiterer spannender Aspekt sind die QR-Codes auf den Tafeln, die den Besuchern Zugang zu digitalen Inhalten und vertiefenden Informationen bieten. So wird die Ausstellung zu einem interaktiven Erlebnis, das nicht nur zum Schauen, sondern auch zum Entdecken einlädt. Die Kombination aus Geschichte und Technologie zieht die Menschen in ihren Bann und sorgt dafür, dass die Geschichten lebendig bleiben. Und das, meine Freunde, ist es, was Kunst und Kultur so besonders macht.

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Die Ausstellung „Was ist Chuzpe?“ ist noch bis zum 31. August 2026 zu sehen. Ein Besuch lohnt sich definitiv – nicht nur, um die beeindruckenden Geschichten mutiger Persönlichkeiten zu hören, sondern auch um sich selbst zu fragen, wo im Leben man vielleicht ein bisschen mehr Chuzpe zeigen könnte. Also, auf geht’s, lasst euch inspirieren!