Nach über drei Jahrzehnten im Kongo ist Sr. Brigitta Raith nun zurück in Salzburg. Die Missionarin Christi, die ursprünglich aus der Oststeiermark stammt, hat in der Erzdiözese Salzburg eine neue Rolle übernommen: Sie wird die Vorsitzende der Diözesankommission für Weltkirche. Ein beeindruckender Schritt, der nicht nur ihre persönliche Reise widerspiegelt, sondern auch die tiefen Verbindungen zwischen den Kulturen, die sie so leidenschaftlich pflegen möchte.

Ihr Weg begann eigentlich ganz anders. Mit 25 Jahren fühlte sie sich von Gott berufen – ein Ruf, der sie 1987 ins Noviziat der Missionarinnen Christi in München führte. Der entscheidende Impuls kam durch einen Film über die Partnerdiözese Bokungu Ikela. Am 1. Oktober 1992 war es dann soweit: Sr. Brigitta reiste nach Ikela und ließ sich in der Pfarre St. Paul nieder, wo sie sich der Pastoral widmete. Sie begleitete Jugendgruppen, baute Frauengruppen auf und stärkte die Katechisten vor Ort. Die Kirche im Kongo, so beschreibt sie es, ist eine unverzichtbare Hoffnungsträgerin und moralische Kraft, insbesondere in einem Land, das von Konflikten gezeichnet ist.

Ein Leben voller Herausforderungen

Im Kongo erlebte Sr. Brigitta nicht nur die Schönheit der Kultur, sondern auch die Schrecken des Krieges. Während des Konfliktes 1996/97 musste sie Gewalt und Flucht hautnah erleben, was ihre Perspektive und ihre Mission tiefgreifend veränderte. Die Resilienz und Lebensfreude der Menschen, trotz all der Widrigkeiten, hat sie immer wieder inspiriert. „Frieden beginnt im Alltag“, sagt sie, „nicht nur in der Politik.“ Und genau diesen Frieden möchte sie fördern – durch Bildung und Gesundheitsversorgung.

Die Arbeit der Missionarinnen Christi im Kongo hat eine lange Geschichte, die 1958 begann. In der Diözese Bokungu-Ikela, etwa 1000 Kilometer von Kinshasa entfernt, haben sie Schulen und Krankenhäuser aufgebaut, die oft die einzigen funktionierenden Einrichtungen im Land sind. Die Schwestern haben sich nicht nur um die Bildung von Kindern, sondern auch um die Förderung von Frauen gekümmert – ein Aspekt, der in vielen afrikanischen Kulturen von zentraler Bedeutung ist.

Zurück in Salzburg

Jetzt, wo sie nach Salzburg zurückgekehrt ist, bringt sie all diese Erfahrungen in ihre neue Rolle ein. Sr. Brigitta möchte Brücken zwischen Kulturen bauen und deren Reichtum fruchtbar machen. In der Erwachsenenbildung ist sie selbstständig tätig und sieht darin eine Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Erlebnisse mit anderen zu teilen. Sie ist die Nachfolgerin von Lucia Greiner und bringt frischen Wind in die Diözesankommission für Weltkirche.

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„Die Aufgabe der Kirche ist es, Gerechtigkeit und Menschenwürde zu fördern“, betont sie. Das ist es, was sie im Kongo gelernt hat, und das möchte sie auch hier in Salzburg leben. In der aktuellen Ausgabe des Rupertusblatts spricht sie über ihre Berufung, ihre Mission und die Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.

Einblick in die Mission der Kirche

Die Missionarinnen Christi haben sich seit ihrer Gründung nicht nur auf die Arbeit im Kongo beschränkt. Ihre Einsätze in Südafrika und Tansania seit 1999 zeigen, wie weitreichend ihr Engagement ist. Ab 2025 werden diese Schwestern eine eigenständige Gruppe bilden, mit dem Ziel, die Würde und die integrale Förderung der Menschen, insbesondere der Frauen, voranzutreiben. Ihre Aufgaben sind vielfältig: vom Schulunterricht im Urwald bis zur Leitung von Gesundheitszentren. All das geschieht in einem Kontext, der von den Herausforderungen des Lebens in einem von Konflikten geprägten Land geprägt ist.

Die Kirche im Kongo wird nicht nur als religiöse Institution gesehen, sondern als eine tragende Säule der Gesellschaft. Sr. Brigitta hat dies hautnah erlebt und möchte nun in Salzburg ein Stück dieser Erfahrung weitergeben. Die Hoffnung, die sie aus dem Kongo mitgebracht hat, ist spürbar und wird sicherlich auch in der Diözesankommission für Weltkirche ihre Wirkung entfalten.