Heute ist der 17.06.2026, und in Salzburg sorgt ein Gerichtsurteil für Aufsehen. Ein 44-Jähriger wurde wegen unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften verurteilt. Zwischen März 2023 und März 2026 hat dieser Mann, der selbst drogenabhängig ist und bereits vorbestraft war, zehn Mädchen im Alter von 12 bis 20 Jahren mehrfach mit Kokain versorgt. Die Übergaben fanden in seiner Wohnung in der Nähe des Salzburger Hauptbahnhofs statt. Es ist nicht nur schockierend, dass die Abnehmerinnen – neun von ihnen Minderjährige und eine junge Erwachsene – in so eine gefährliche Abhängigkeit geraten sind, sondern auch, dass der Angeklagte selbst zwei Kinder im Alter von 16 und 18 Jahren hat. Wie kann es dazu kommen?

Reumütig und geständig zeigte sich der Angeklagte vor Gericht. Die Richter verhängten eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, davon zwei Monate unbedingt. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Zudem muss der Mann eine Bewährungshilfe absolvieren und an einem Wertekurs teilnehmen, um zu lernen, wie man respektvoll mit Frauen und Mädchen umgeht. Es gibt allerdings auch düstere Schatten, denn gegen ihn wird derzeit wegen möglicher Sexualdelikte ermittelt. Im Herbst 2025 wurden Vorwürfe laut, dass Mädchen in Salzburg sexuell missbraucht wurden, um Drogen zu erhalten. Eine 14-Jährige berichtete von ihrem erschütternden Erleben, dass sie als Zwölf- bzw. Dreizehnjährige in die Drogenszene geriet und sexuelle Gefälligkeiten für Drogen leisten musste.

Ein großes Problem

Die Gruppe von Männern, die in diese Ausbeutung verwickelt sind, wird als groß beschrieben und setzt sich überwiegend aus arabisch- oder türkischstämmigen Personen zusammen. Das wirft Fragen auf, wie wir als Gesellschaft mit solchen Problemen umgehen. Im Februar fand in Salzburg ein runder Tisch statt, an dem Politik, Polizei und Kinder- sowie Jugendhilfe teilnahmen, um über die Drogenszene zu diskutieren. Salzburgs Bürgermeister forderte eine bessere Abstimmung zwischen Polizei, Streetwork und ÖBB-Security. Der Soziallandesrat kündigte zudem eine Aufstockung des Streetworks und ein bundesweites Vorgehen der Polizei an. Es scheint, als wäre dringend Handlungsbedarf gegeben.

Doch das ist nicht der einzige Fall, der uns nachdenklich stimmt. Ein weiterer Mann wurde ebenfalls verurteilt, weil er Minderjährigen Drogen geschenkt hat. Details zu diesem Vorfall und der genauen Strafe wurden allerdings nicht veröffentlicht. Ein trauriges Bild der Realität, wenn wir uns die Prävalenz des Drogenkonsums unter Jugendlichen (12-17 Jahre) in Deutschland anschauen. Laut aktuellen Zahlen konsumieren etwa 1,2% dieser Altersgruppe andere illegale Drogen als Cannabis. Bei den Erwachsenen liegt die Zahl sogar bei über 11%. Das sind erschreckende Statistiken, die uns alle betreffen sollten.

Die gesellschaftlichen Herausforderungen, die sich hier auftun, sind nicht zu unterschätzen. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch viel höher, als die Statistiken vermuten lassen. Es ist zu hoffen, dass die Maßnahmen der Behörden Wirkung zeigen und solche Vorfälle in Zukunft verhindert werden können. Während die Ermittlungen weitergehen, bleibt die Frage, wie wir als Gemeinschaft den betroffenen Jugendlichen helfen können, aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

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