Heute ist der 19.04.2026 und in Salzburg steht die Wohnbauentwicklung vor einem spannenden, aber herausfordernden Kapitel. Im Jahr 2026 werden hier voraussichtlich 1.868 neue Wohneinheiten fertiggestellt, was einen erfreulichen Anstieg im Vergleich zu 1.300 im Jahr 2025 bedeutet. Diese positive Prognose wird jedoch stark von zahlreichen Verschiebungen aus Vorjahren beeinflusst, denn der Neubau bleibt hinter dem Bedarf zurück. Der Obmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Roman Oberndorfer, warnt eindringlich vor einem drohenden „Versorgungsloch“ und prognostiziert extreme Preissteigerungen ab 2028.
Die Nachfrage nach Wohnraum in Salzburg wächst unaufhörlich, und so wird ein klarer Fokus auf die Verdichtung gefordert. Besonders in der Stadt Salzburg und im Flachgau konzentriert sich die Bautätigkeit, während im Lungau derzeit keine neuen Wohneinheiten entstehen. Der durchschnittliche Preis für eine Neubauwohnung liegt mittlerweile bei etwa 640.950 Euro, was deutlich über dem Landesschnitt von 489.000 Euro liegt. Ein Lichtblick könnte ein Großprojekt im Stadtteil Gneis sein, das unter dem Luxussegment angesiedelt ist und zur Stabilisierung der Preise beiträgt.
Herausforderungen und Chancen
Die Größe der durchschnittlichen Wohnung hat sich leicht verändert und liegt nun bei 68,1 Quadratmetern, ein Rückgang im Vergleich zu 69,5 Quadratmetern im Jahr 2025. Immer gefragter sind Freiflächen wie Balkone oder Terrassen, die den Wohnkomfort erhöhen. Doch die Herausforderungen bleiben: Ein Tiefgaragenplatz in der Stadt Salzburg kostet fast 60.000 Euro und macht etwa 10% des Wohnungspreises aus. Diese Kosten drücken auf das Budget vieler Käufer.
Die Nachfrage nach Wohnungseigentum ist 2025 gestiegen, doch die Bauträger agieren vorsichtig, da die Käufer preissensibler geworden sind. Das zeigt sich auch auf dem Gebrauchtmarkt, wo derzeit bessere Chancen auf Eigentum bestehen. Hier liegen die Preise zwischen 2.000 und 2.500 Euro pro Quadratmeter unter den Preisen für Neubauten. Die Salzburger Immobilienwirtschaft fordert daher von der Politik mehr finanzielle Mittel für Förderungen sowie klare Regeln, um den Wohnungsbau effektiv zu unterstützen.
Ein Blick in die Zukunft
Für das Jahr 2027 wird ein leichter Rückgang bei neuen Wohnungsbauprojekten erwartet. Die Situation spitzt sich ab 2028 zu, wenn ein erheblicher Rückgang bei den Fertigstellungen prognostiziert wird, was sich spürbar auf die Preise auswirken könnte. Um dem entgegenzuwirken, gibt es Forderungen nach einer Förder-Offensive für Eigentum, um finanzschwächeren Familien zu helfen. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Heizungstausch müssen klarer definiert werden, um Unsicherheiten für Vermieter zu beseitigen.
In Anbetracht der gelockerten Kreditregeln agieren die Banken oft noch restriktiv, was die Situation für angehende Käufer zusätzlich erschwert. Vor diesem Hintergrund bleibt abzuwarten, wie sich der Wohnungsmarkt in Salzburg entwickeln wird und ob die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um die Herausforderungen zu bewältigen und den Wohnraum für alle zugänglich zu halten.
Für weitere Informationen, besuchen Sie bitte die Quelle: Salzburg24.