Die Kunstszene in Salzburg hat einen neuen Glanzpunkt: Die Salzburg International Fine Art Fair (SIFAF) wurde ins Leben gerufen, um die Absage der traditionsreichen Art & Antique zu kompensieren. Diese Messe, die nach 50 Jahren nicht mehr in der fürstbischöflichen Residenz stattfinden konnte, findet nun im Koller-Haus am Waagplatz statt, einem historischen Gebäude, das bereits 1181 urkundlich erwähnt wurde. Hier zeigt sich die Kunstszene in einem ganz besonderen Licht: Mit nur zwanzig Ausstellern und dem Charme niedriger Decken erinnert das Ambiente an ein gemütliches Wohnzimmer.

Die SIFAF setzt ihren Fokus auf kleinere und mittlere Formate von Gemälden und Antiquitäten. Mit einem Angebot, das von einem Jugendstilschreibtisch von Georg Klimt für 36.000 Euro bis hin zu lebensgroßen Metallobjekten der Hagenauer-Werkstatt reicht, ist für Kunstliebhaber und Sammler viel geboten. Besonders hervorzuheben sind die Zeichnungen von Gustav Klimt und Egon Schiele, die von Wienerroither & Kohlbacher präsentiert werden, sowie die Werke von Franz Alt und Maria Lassnig, darunter „Melancholie“ für 78.000 Euro, die Silvia Kovacek zur Schau stellt.

Ein neues Kapitel für die Kunstmesse

Die SIFAF ist nicht nur eine Antwort auf die Absage der Art & Antique, sondern auch ein Zeichen für die Handlungsfähigkeit der heimischen Kunstszene. Die Absage, die von Alexandra Graski-Hoffmann aufgrund fehlender Genehmigungen erteilt wurde, führte zu Bestürzung im heimischen Kunsthandel. Eine Gruppe von Händlern, angeführt von Silvia Kovacek, wandte sich daraufhin an Messemacher Wolfgang Pelz, der zügig ein neues Konzept für die Kunstmesse umsetzte.

Die Messe wird von einer Vielzahl von Ausstellern aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden unterstützt. Neben der Galerie Bel Etage und der Schmuckhandlung The Old Treasury, die als einzige internationale Teilnehmerin gilt, sind auch lokale Talente wie Nikolaus Kolhammer und Markus Strassner vertreten. Die Präsentation erfolgt in individuell gestalteten Räumen, was ein klassisches Messeformat aufbricht und den Besuchern ein persönlicheres Erlebnis bietet.

Die Zukunft ist ungewiss

Doch die Zukunft der SIFAF bleibt ungewiss. Es ist noch nicht klar, ob die Messe im Koller-Haus bleibt oder in die Residenz zurückkehrt. Bis zum 6. April können Kunstfreunde die Ausstellung besuchen – der Eintritt ist frei. Pelz hat bereits angekündigt, die Räumlichkeiten mit tapezierten Wänden und einem speziellen Lichtkonzept auszustatten, um die Kunstwerke optimal zur Geltung zu bringen. Die Gastronomie im Haus wird durch bestehende Einrichtungen unterstützt, was für ein rundum gelungenes Messeerlebnis sorgt.

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Die SIFAF zeigt, dass die Kunstszene auch ohne institutionelle Unterstützung aktiv und lebendig ist. Die heimische Galerienszene könnte über ein pragmatisches, finanzierbares Modell nachdenken, das die Basis für zukünftige Kunstmessen bildet. Ein erstes Treffen der Galerien hat bereits stattgefunden, und der Galerienverband erwägt, selbst eine Messe zu organisieren. Die SIFAF könnte somit als Keimzelle für neue Ideen und Formate fungieren, die die Salzburger Kunstlandschaft bereichern.