Die Salzburger Festspiele stehen vor einer ungewissen Zukunft, nachdem das Kuratorium sich mit sofortiger Wirkung von Intendant Markus Hinterhäuser getrennt hat. Die Entscheidung fiel nach einer Kuratoriumssitzung am 20. März 2023 und wurde offiziell am 26. März 2023 umgesetzt. Laut den Verantwortlichen sind die Gründe für diese Trennung „unüberbrückbare Auffassungsunterschiede und Differenzen“. Hinterhäuser, der seit 2016 die Geschicke der Festspiele leitete und zuletzt eine beeindruckende Auslastung von 98,4 % erreichte, wird bis zum Ende seines ursprünglich bis 30. September 2026 laufenden Vertrags beurlaubt. Eine zuvor vereinbarte Vertragsverlängerung bis 2029 oder 2031 ist nun nicht mehr gültig.

Die Unruhe um die zukünftige Ausrichtung der Festspiele nahm zu, als es Querelen über die Bestellung einer neuen Schauspielleitung nach der Trennung von Marina Davydova gab. Hinterhäuser hatte öffentlich seine Favoritin für den Posten, Karin Bergmann, benannt, was das Kuratorium als Übergehung seiner Autorität empfand. Edtstadler, die Kuratoriumsvorsitzende, räumte jedoch ein, dass es das Recht des Intendanten sei, solche Entscheidungen zu treffen. Dennoch führte Hinterhäusers Führungsstil, der oft als aufbrausend beschrieben wurde, zu Kritik sowohl von Mitarbeitern als auch von Politikern.

Die Suche nach einem neuen Intendanten

Aktuell ist die Suche nach einem neuen Festspielintendanten in vollem Gange. Erste Favoriten für die Nachfolge stehen bereits fest: Nikolaus Bachler, Cecilia Bartoli, Florian Wiegand und Matthias Naske werden als potenzielle Kandidaten gehandelt. Bis zur endgültigen Entscheidung übernehmen Kristina Hammer und Lukas Crepaz die operative Leitung der Festspiele, deren Verträge jedoch ebenfalls bald auslaufen.

Die Salzburger Osterfestspiele, die am 27. März 2023 mit dem Meisterwerk „Das Rheingold“ beginnen, sind bereits vorbereitet. Das Programm für den Sommer 2023 ist ebenso weitgehend fixiert, und auch die Planung für 2027 ist in einem fortgeschrittenen Stadium. Interessanterweise steht ab 2028 eine zweijährige Schließung des Großen Festspielhauses an, was zusätzliche Herausforderungen für die zukünftige künstlerische Leitung mit sich bringen wird.

Die Vorzeichen für die Festspiele sind also gemischt: Während der Vorverkauf für den Sommer 2023 um 20 % höher als im Vorjahr ist, bleibt die Unsicherheit über die künstlerische Leitung. Hinterhäuser selbst äußerte sich in einem kurzen Telefonat und ließ durchblicken, dass ihn die Situation emotional stark mitnimmt: „Ich bin total fertig, ich kann jetzt nicht reden.“

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Die Ereignisse rund um die Salzburger Festspiele zeigen, wie schnell sich die Dynamiken im Kulturbereich ändern können. Es bleibt abzuwarten, wer die Nachfolge von Markus Hinterhäuser antreten wird und wie die Zukunft der Festspiele gestaltet werden kann.