Vielfalt leben: Salzburger Geschichten von Migration und Integration
In der zauberhaften Stadt Salzburg ist die Vielfalt der Kulturen und Geschichten nicht nur spürbar, sondern auch lebendig. Menschen wie Mehmet Sabah, der mit 14 Jahren nach Österreich kam, haben hier mehr als drei Viertel ihres Lebens verbracht und uns mit dem türkischen Nationalgericht Kebap verwöhnt. Solche kulinarischen Einflüsse sind nicht nur Gaumenfreuden, sie sind auch ein Zeichen für das Potenzial, das Migration und Integration mit sich bringen. Und da gibt es noch Omar Bouz Alaasal, der vor dem schrecklichen syrischen Bürgerkrieg flüchtete, in Wien eine Friseurlehre absolvierte und nun in Salzburg eine Familie gegründet hat. Solche Geschichten machen die Stadt bunter und reicher.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie Österreich seit den 1950er-Jahren durch Flüchtlingswellen aus kommunistischen Ländern geprägt wurde. Damals suchten Firmen händeringend nach Arbeitskräften und schlossen Abkommen zur Anwerbung von Gastarbeitern. Diese Menschen haben viele Tätigkeiten übernommen, die oft als lästig empfunden wurden. Heute, im Jahr 2024, sind 29% der Erwerbstätigen in Österreich Menschen mit Migrationshintergrund. Das ist ein klarer Anstieg vom früheren Anteil von 20% im Jahr 2014. Es zeigt sich, dass der Arbeitsmarkt weiterhin dringend auf die Fähigkeiten dieser Menschen angewiesen ist – und dass es noch viel Raum für Verbesserungen in der Integration gibt.
Herausforderungen und Chancen
Fünf Jahre nach der großen Fluchtwelle erlebten wir, dass 50% der geflüchteten Menschen erwerbstätig wurden – allerdings 70% Männer und nur 30-40% Frauen. Das zeigt deutlich, dass Frauen oft vor größeren Hürden stehen. Sprachkenntnisse und die gesellschaftlichen Rollen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Viele Frauen mit Migrationshintergrund fühlen sich von der Arbeitswelt ausgeschlossen, was nicht nur eine persönliche Tragödie ist, sondern auch eine verpasste Chance für die Gesellschaft.
Die Mehrheit der Menschen mit Migrationshintergrund identifiziert sich inzwischen stärker mit Österreich als mit ihrem Herkunftsland. Dennoch fühlen sich 42% von ihnen „nirgends richtig dazuzugehören“. Das bringt uns zur Inklusion – einem Konzept, das für gelungene Integration unverzichtbar ist. Interkulturelle Erziehung in Schulen ist notwendig, um Vorurteile abzubauen und ein besseres Verständnis füreinander zu schaffen. Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) sieht in der Stärkung von Eigenverantwortung und Selbstbestimmung einen Schlüssel zur erfolgreichen Integration. In Unternehmen kann kulturelle Vielfalt die Produktivität und Innovationskraft enorm steigern.
Der Weg zur Anerkennung
Ein weiterer Aspekt, der nicht vergessen werden sollte, ist die Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Im Jahr 2024 wurden 17.922 Anträge auf Anerkennung ausländischer Qualifikationen gestellt, von denen 12.900 positiv abgeschlossen wurden. Das zeigt, dass es Fortschritte gibt, aber auch, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Zuwanderer aus EU/EFTA-Staaten haben häufig hohe Erwerbsquoten, während Drittstaatsangehörige oft mit niedrigeren Quoten kämpfen müssen. Migration sollte nicht nur auf den Niedriglohnsektor beschränkt sein; hochqualifizierte Zuwanderer sollen auch in adäquaten Positionen gehalten werden. So kann das Potenzial vieler Menschen wirklich zur Geltung kommen.
Sechs Personen aus verschiedenen Ländern haben in Salzburg Unternehmen gegründet. Ahmad Alghoush beispielsweise hat ein Reinigungsunternehmen ins Leben gerufen. Unternehmer berichten von den Herausforderungen und Chancen, die die Gründung eines Unternehmens in Österreich mit sich bringt. Es ist oft ein steiniger Weg, aber die Belohnungen sind umso größer. Die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt ist entscheidend für ihre ökonomische Unabhängigkeit und Lebensqualität. Es ist ein Prozess, der nicht über Nacht geschieht, sondern Zeit und Geduld erfordert. Und das gilt nicht nur für die Zuwanderer selbst, sondern auch für die Gesellschaft, die sie aufnimmt.
In Deutschland, wo 20,8 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben, ist die Lage ähnlich. Dort sind Menschen mit Migrationsgeschichte doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Bundesregierung hat verschiedene Maßnahmen ins Leben gerufen, um die Arbeitsmarktintegration zu verbessern. Sprachförderung und berufliche Qualifizierung sind wichtige Bausteine, um die Teilhabe am Erwerbsleben zu fördern. Auch hier ist es deutlich, dass noch Handlungsbedarf besteht, um die Integration von Migranten und deren Nachfahren zu verbessern.
Die Herausforderungen sind vielfältig. Dennoch gibt es Hoffnung. Immer mehr Unternehmen erkennen die Chancen, die sich aus der Integration von geflüchteten Menschen ergeben. Die Zukunft könnte also hell und vielversprechend sein – für alle Beteiligten. Und so bleibt die Frage: Wie können wir gemeinsam daran arbeiten, dass sich die Geschichten von Menschen wie Mehmet und Omar noch viel öfter wiederholen? Das Potenzial ist da, es liegt an uns, es zu heben.
