Heute ist der 7. Juni 2026, und im MuseumsQuartier in Wien wird es heute richtig spannend. Die Premiere der Performance „Credere alle maschere“ von Romeo Castellucci steht an – ein wahres Ereignis im Rahmen der Wiener Festwochen. Man kann die Vorfreude förmlich in der Luft spüren. Wenn das Publikum den Saal betritt, erwartet es eine ganz besondere Überraschung: Jeder Zuschauer erhält eine Maske, die während der Vorstellung getragen werden muss. Das sorgt für ein gemischtes Gefühl aus Unmut und Amüsement – eine interessante Mischung, die die Atmosphäre gleich zu Beginn anheizt.

Die Performance dauert etwa 40 Minuten und verspricht, die Zuschauer auf eine Reise über die Grenzen des Glaubens und der Wahrnehmung mitzunehmen. Im Mittelpunkt stehen zwei Männer in schwarzen Kostümen, die eine Vase auspacken. Auf einem Podest wird sie präsentiert, und je nach Blickwinkel erscheint sie entweder als Glas Milch oder als Hammer. Klingt verwirrend? Ist es auch! Die Klangkulisse, die an die sterile Umgebung einer Intensivstation erinnert, trägt zur Intensität der Darbietung bei.

Eine Provokation mit vielen Schichten

Castellucci ist nicht nur irgendein Regisseur. Er ist ein italienischer Gesamtkunstwerk-Schöpfer, der die Natur des Heiligen in seinen Arbeiten hinterfragt. Seine Inszenierungen sind gespickt mit biblischen, mythologischen und ikonografischen Bezügen. Themen wie Gottesferne und Rituale sind in seiner Kunst allgegenwärtig. Und auch diese Performance ist nicht ohne Kontroversen. Es wird im Publikum Besorgnis ausgelöst, als die Männer das Ventil einer Gasflasche öffnen. Und der elektrische Stuhl, der im Raum bleibt, sorgt für zusätzliche Spannung – die Zuschauer interagieren unwillkürlich mit ihm und zeigen teils erschreckte Reaktionen.

Das Publikum wird dabei nicht nur zum stillen Zeugen, sondern auch zum aktiven Teilnehmer. Castellucci thematisiert den Tod und zwingt die Zuschauer, sich mit der eigenen Rolle auseinanderzusetzen. Die Performance endet abrupt, ohne Beifall oder Verbeugung – ein echtes Rätsel, das die Anwesenden mit vielen unbeantworteten Fragen zurücklässt. Die Masken, die sie während der Vorstellung getragen haben, dürfen sie als Andenken behalten. Ein kurzes Gefühl von Vertrautheit und gleichzeitig Distanz.

Ein Blick auf das MuseumsQuartier

Das MuseumsQuartier, ein beeindruckendes Kulturareal im 7. Gemeindebezirk Neubau, hat einiges zu bieten. Mit seinen 90.000 m² ist es eines der größten Kulturareale der Welt und zieht Kunstliebhaber aus aller Welt an. Hier trifft moderne Architektur auf barocke Geschichte. In der Nähe befinden sich nicht nur das Naturhistorische und das Kunsthistorische Museum, sondern auch das Volkstheater und die historischen Hofstallungen – die längste Barockfassade in Wien. Wenn man durch das MQ schlendert, spürt man die kreative Energie, die an jeder Ecke zu finden ist.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die weiteren Vorstellungen von „Credere alle maschere“ sind für den 8., 9. und 10. Juni 2026 angesetzt. Wer sich noch nicht entschieden hat, sollte vielleicht das Publikumsgespräch am heutigen Abend um 18 Uhr nutzen, um einen tieferen Einblick in die Gedankenwelt von Castellucci zu erhalten. Ein Besuch könnte sich also wirklich lohnen!