Kultur in Gefahr: Salzburger Szene kämpft ums Überleben
Heute ist der 15.06.2026 und die Sorgen in der Salzburger Kulturszene sind greifbar. Die geplanten Einsparungen des Bundes, die sich auf stolze 2,2 Millionen Euro belaufen, sorgen für große Besorgnis. Die Existenz vieler kultureller Einrichtungen steht auf der Kippe. Wenn man bedenkt, dass der Bundesanteil an den 95 im Dachverband Salzburger Kulturstätten vertretenen Institutionen im Schnitt bei gerade einmal 15,8% liegt, wird schnell klar, wie wichtig diese Unterstützung ist. Ein konkretes Beispiel ist die ARGEkultur, die 2024 über 200.000 Euro vom Bund erhielt und seit über einem Jahr ihr Programm reduzieren muss. Sebastian Linz, der künstlerische Geschäftsführer der ARGEkultur, warnt bereits vor einem strukturellen Defizit, sollte es zu weiteren Kürzungen kommen. Das ist ein echter Weckruf!
Die Stadt Salzburg hat zwar leichte Steigerungen für 18 mittelfristig geförderte Institutionen in Aussicht gestellt, aber das Land bleibt beim Budgetansatz. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll äußert sich dabei eher zurückhaltend zu den laufenden Budgetgesprächen. Da wird einem schon etwas mulmig, wenn man an die drohenden Folgen für das Projekt „Fair Pay“ denkt, das auf eine gerechte Bezahlung für Kulturschaffende abzielt. Fehlt es an Mitteln, könnte dieses wichtige Vorhaben leicht ins Wanken geraten. Experten warnen zudem davor, höhere Ticketpreise einzuführen, denn das würde die Kultur nur noch unzugänglicher machen.
Initiative „Fair Pay“ unter Druck
Die Initiative „Fair Pay“ hat sich als Ziel gesetzt, die Einkommenssituation in der Kunst- und Kulturszene in Salzburg zu verbessern. Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn hat angekündigt, dass die Löhne, Gehälter und Honorare angehoben werden sollen – für den ersten Teil der Umsetzung sind sogar eine Million Euro eingeplant! Das klingt doch vielversprechend, oder? Aber die Umsetzung wird schrittweise über drei Jahre erfolgen. Für 2022 stehen 250.000 Euro zur Verfügung, wobei der Gesamtbedarf bei stolzen 2,5 Millionen Euro liegt. Das zeigt, wie dringend hier Handlungsbedarf besteht.
Eine Arbeitsgruppe hat bereits die Voraussetzungen für die Umsetzung von „Fair Pay“ erarbeitet, und Umfragen belegen, dass nur die Hälfte des Kulturpersonals in Österreich von Vereinen entlohnt wird. Das ist nicht gerade erfreulich, wenn man denkt, dass nur vier Prozent der Mitarbeiter in Vollzeit und zehn Prozent in Teilzeit arbeiten. Im Einkommensbericht von 2018 lag der Kunstbereich mit einem mittleren Bruttojahreseinkommen von über 20.000 Euro beinahe am Ende der Liste. Eine Umfrage des Dachverbands Salzburger Kulturstätten hat sogar eine Differenz von 2,3 Millionen Euro zwischen der aktuellen Entlohnung und dem angestrebten Fair Pay aufgezeigt. Das lässt einen schon nachdenklich werden.
Ein ungewisser Herbst für die Kultur
Aktuell gibt es zwar keine Rückgänge bei den Besucher:innenzahlen, aber die Ungewissheit über mögliche Kürzungen der Bundesförderungen, die im Herbst erwartet werden, schwebt wie ein Damoklesschwert über der Szene. Die Salzburger Kulturlandschaft hat in den letzten Jahren viel durchgemacht und die Sorge um die Existenz vieler Einrichtungen ist mehr als nachvollziehbar. Was wird aus den Künstler:innen, die für uns alle unvergessliche Momente schaffen?
Die kommenden Monate könnten entscheidend sein. Die Balance zwischen finanzieller Unterstützung und der Notwendigkeit, Kultur für alle zugänglich zu halten, muss gefunden werden. Denn letztendlich ist die Kultur ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft – und das sollte uns allen etwas wert sein.
