Am 1. Mai 2026 erlebte der Große Saal des Mozarteums in Salzburg einen besonderen musikalischen Abend, als die Camerata Salzburg unter der Leitung der talentierten Geigerin Janine Jansen auftrat. Das Publikum wurde mit einem abwechslungsreichen Programm verwöhnt, das Werke von Nino Rota, Richard Dubugnon, Francesco Geminiani und Antonio Vivaldi umfasste. Der Abend begann mit Rotas „Concerto per L’Archi“, das in vier Teilen dargeboten wurde und das Publikum gleich in seinen Bann zog. Rota, bekannt für seine eingängigen Melodien, ließ Erinnerungen an seine berühmte Filmmusik aufleben.
Ein besonderes Highlight war die österreichische Erstaufführung von Richard Dubugnon’s „Piccolo Concerto grosso op. 87“. Dieses Stück, das sich an barocke Vorbilder anlehnt, wurde von einer Concertino-Gruppe unter der Leitung von Janine Jansen interpretiert. Unterstützt wurde sie von Gregory Ahss, Firmian Lermer und Stefano Guarino, die gemeinsam für einen klangvollen Auftritt sorgten. Nach Dubugnon folgte Geminianis d-Moll-Concerto grosso, das auf Corellis „La Follia“ basiert und mit viel Feingefühl dargeboten wurde.
Vivaldi und sein Erbe
Den krönenden Abschluss des Konzerts bildeten Vivaldis „Le quattro stagioni“. Die Entstehung dieser Konzerte und der dazugehörigen Sonette ist bis heute umstritten, doch die Darbietung von Janine Jansen und der Camerata Salzburg war von großer Detailgenauigkeit geprägt. Vivaldis Werke wurden 1927 von Bernardino Molinari für ein größeres Orchester transkribiert, und Molinari nahm die Konzerte 1942 als erster auf Schallplatte auf. Das Publikum belohnte die Darbietung mit begeistertem Applaus, was die hohe künstlerische Qualität der Aufführung unterstrich.
Vor dem Konzert war die Camerata Salzburg auf Tournee durch Lissabon, Madrid und Barcelona und setzte ihre Reise nach den Salzburger Abonnementkonzerten in München, Hamburg, Frankfurt, Erlangen, Luxemburg und Amsterdam fort. Es war also kein Wunder, dass die Musiker bereits beste Erfahrungen mit dem Programm gesammelt hatten, was dem Abend zusätzlich Glanz verlieh.
Die musikalische Verbindung zwischen den Künstlern und dem Publikum war spürbar, und das Cembalo, das Jan Jansen, der Vater von Janine Jansen, spielte, wurde nach der Pause weiter nach vorne gerückt, damit es besser zur Geltung kam. Diese kleine Anpassung trug dazu bei, dass auch die Feinheiten der Cembalomusik mehr zur Geltung kamen und das Konzert insgesamt bereicherten.
Insgesamt war der Abend ein gelungener Ausklang des ersten Mai und ein eindrucksvolles Beispiel für die zeitlose Schönheit der Barockmusik. Die Camerata Salzburg und Janine Jansen bewiesen einmal mehr, dass klassische Musik nicht nur ein Genuss für die Ohren, sondern auch für die Seele ist.