Markus Hinterhäuser, der seit Ende 2016 als Intendant der Salzburger Festspiele die Geschicke des renommierten Klassikfestivals lenkt, feierte am Montag seinen 68. Geburtstag. Seine Berufung wurde sowohl von den Feuilletons als auch von der Salzburger Bevölkerung mit großer Freude aufgenommen. Hinterhäuser gilt als Traumlösung für die Leitung der Festspiele und hat sich bereits vor seiner Ernennung einen Namen gemacht. So gründete er 1993 die Reihe „Zeitfluss“, die er bis 2001 leitete, und war zuvor vier Jahre lang Konzertchef der Salzburger Festspiele. Auch als Pianist erfreute er sich bereits großer Anerkennung in Salzburg.

Doch nun stehen die Festspiele vor einer Wende. Laut einer Mitteilung des Festspiel-Kuratoriums gehen die Salzburger Festspiele und Markus Hinterhäuser „aufgrund unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen ab sofort getrennte Wege“. Dies geschah nach einem Streit über seinen Führungsstil, der für Aufsehen in der Kulturszene sorgte. Bereits seit längerem bestanden Differenzen zwischen Hinterhäuser und dem Aufsichtsgremium, die schließlich zum Bruch führten.

Ein emotionaler Führungsstil

Hinterhäuser selbst räumte in einem Interview ein, dass er ein „emotionaler, bisweilen auch impulsiver Charakter“ sei. In seinem Vertrag wurde 2024 eine Wohlverhaltensklausel vereinbart, um sein Verhalten zu regeln. Diese Klausel wurde nun als Grund für seinen Abgang angeführt, da er gegen diese verstoßen habe. Der Verstoß wurde im Zusammenhang mit einer Signalisation von Präferenzen für eine Kandidatin bei der Suche nach einer neuen Leiterin oder einem neuen Leiter der Theatersparte gesehen, ohne dass diese sich einem Hearing gestellt hatte. Hinterhäuser gab zwar Kommunikationsfehler zu, hatte jedoch den Wunsch geäußert, bis 2031 Intendant zu bleiben.

Während seiner Amtszeit konnte Hinterhäuser mit künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolgen aufwarten. Hohe Auslastungszahlen und namhafte Künstler auf der Bühne prägten seine Zeit an der Spitze der Festspiele. Für die kommende Sommersaison sind Uraufführungen von Werken des Nobelpreisträgers Peter Handke sowie von Elfriede Jelinek auf dem Programm.

Die Zukunft der Salzburger Festspiele

Mit dem Abgang Hinterhäusers bereitet das Kuratorium bereits die Ära nach seiner Zeit vor. Gespräche mit potenziellen Nachfolgern laufen bereits. Barrie Kosky und Nikolaus Bachler werden als mögliche Kandidaten gehandelt. Während Kosky sich zu den Spekulationen nicht äußern möchte, erklärte Bachler, dass er sich nicht mit dem Thema beschäftigt.

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Die Salzburger Festspiele, die als eines der wichtigsten Hochkultur-Events der Welt gelten, stehen also vor einer neuen Herausforderung und hoffen, dass die kommenden Monate fruchtbare Gespräche und Lösungen hervorbringen werden. Weitere Informationen zu den Hintergründen und dem Verlauf der Ereignisse finden Sie in den Artikeln der Süddeutschen Zeitung, ORF Salzburg und Tagesspiegel.