Gertrude Aubauer: Ein Leben zwischen Journalismus und Politik
Am 13. Juli 2026 feiert Gertrude Aubauer ihren 75. Geburtstag. Ein Jubiläum, das nicht nur eine Zahl ist, sondern ein ganzes Leben voller Geschichten, Engagement und Leidenschaft für Journalismus und Politik. Geboren 1951 in Wien und aufgewachsen in Gänserndorf, hat sie bis heute eine eindrucksvolle Karriere hingelegt, die viele inspiriert. Ihre Wurzeln sind bescheiden; der Vater war Lagerarbeiter, die Mutter Hausfrau. Doch schon früh zeigte sich, dass Gertrude für Größeres bestimmt war.
Nach der Matura in Gänserndorf und Wien studierte sie Volkswirtschaft an der Universität Wien und schloss mit dem Titel Mag. rer. soc. oec. ab. 1975 begann ihre Reise beim ORF, wo sie zunächst im aktuellen Dienst des Radios arbeitete. Es war der Startschuss für eine bemerkenswerte Karriere, die sie bis in die höchsten politischen Kreise führte. Ab 1980 war sie Redakteurin für Innenpolitik bei der „Zeit im Bild“ und wurde bald darauf Moderatorin der „ZiB1“, wo sie große Bekanntheit erlangte.
Politik und Engagement
1995 wechselte Aubauer in die Parlamentsredaktion des ORF und übernahm die Moderation der Sendung „Hohes Haus“. Ihre Stimme wurde zu einem wichtigen Bestandteil des politischen Diskurses in Österreich. Neben ihrer Arbeit im ORF schrieb sie die Kolumne „Hohes Haus von innen“ für die „Kronen Zeitung“ und veröffentlichte mehrere Bücher, darunter „Possen, Pannen, Pointen“ und „Menschen, Masken und Marotten“, die Einblicke in ihr journalistisches Schaffen geben.
Gertrude Aubauer war nicht nur als Journalistin aktiv, sondern auch als Politikerin. In den 80er- und 90er-Jahren war sie Mitglied der SPÖ, bevor sie 2006 als Quereinsteigerin zur ÖVP wechselte. Dort vertrat sie die Partei im österreichischen Nationalrat bis Ende 2017. Besonders als Seniorensprecherin der ÖVP setzte sie sich für mehr finanzielle Mittel für Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich ein. Eine Herzensangelegenheit, für die sie auch 2017 mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet wurde.
Ein Blick in die Zukunft
Im Jahr 2025 wurde sie in den ORF-Publikumsrat entsendet und in den ORF-Stiftungsrat gewählt. Allerdings musste sie aus diesen Funktionen zurücktreten, da ein Verdacht auf Unvereinbarkeit aufgrund ihrer politischen Aktivitäten aufkam. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Gertrude Aubauer eine Schlüsselfigur in der österreichischen Medien- und Politlandschaft. Ihre Karriere ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Journalismus und Politik miteinander verwoben sind und wie eine Stimme die Gesellschaft prägen kann.
Gertrude Aubauer ist verheiratet und hat einen Sohn. Ihre Familie ist ihr Rückhalt, ihre Kraft. Während sie auf ein erfülltes Berufsleben zurückblickt, bleibt sie auch weiterhin eine wichtige Stimme in der politischen Diskussion. Wie sie selbst sagt, „es gibt immer etwas zu erzählen“ – und das tut sie auf ihre ganz eigene Art.
