Heute ist der 12.07.2026 und in der Kulturstadt Salzburg gibt es wieder Grund zur Diskussion – diesmal über ein Thema, das uns alle betrifft: den Gender-Pay-Gap. Ja, dieser Begriff schwirrt schon lange durch die Medien, doch wie steht es wirklich um die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen? Eine aktuelle Analyse des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) bringt Licht ins Dunkel und zeigt auf, dass hier noch viel Luft nach oben ist.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Laut der ÖGB-Analyse könnten durch die Schließung des gesamten Gender-Pay-Gaps in Österreich jährlich rund 9 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen generiert werden. Das sind ganz schön viele Euros, die dem Staatshaushalt zugutekommen würden! Die Simulation des unbereinigten Gender-Pay-Gaps zeigt, dass Frauen im Schnitt 16 Prozent weniger verdienen – was sich auf stolze 366 Euro netto pro Monat summiert. Unfassbar, oder?

Ein Blick auf die Details

Doch was steckt hinter diesen Zahlen? Der ÖGB hat auch einen Blick auf die „bereinigte“ Lohnlücke geworfen – also die Differenz, die nicht durch geschlechterspezifische Unterschiede erklärt werden kann. Hier zeigt sich, dass Frauen durchschnittlich um 10,2 Prozent mehr verdienen könnten, wenn diese Lücke geschlossen würde, was zusätzlich 5,4 Milliarden Euro jährlich in die Kassen der öffentlichen Hand spülen würde. Ein klarer Aufruf zur Veränderung, den ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian mit Nachdruck unterstreicht: „Faire Bezahlung betrifft auch die Finanzierung des Sozialstaats!“

Die zugrunde liegenden Berechnungen basieren auf Mikrozensus-Daten aus 2024 von Arbeitnehmern im Alter von 20 bis 59 Jahren. Beamte, Lehrlinge und Vertragsbedienstete wurden dabei nicht berücksichtigt. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch, denn die Schließung dieser Lohnlücken ist ein langwieriger Prozess. Der ÖGB fordert mehr Transparenz bei den Löhnen und die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie – eine Richtlinie, die Österreich bis zur Frist am 7. Juni 2026 noch nicht umgesetzt hat. Sozialministerin Corinna Schumann (SPÖ) hat zwar einen eigenen Entwurf vorgelegt, dieser befindet sich jedoch noch in der internen Koordinierung.

Ein Blick über die Grenzen

<pWenn wir über den Gender-Pay-Gap sprechen, lohnt es sich auch, einen Blick nach Deutschland zu werfen. Hier bleibt die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen ebenfalls hoch. Frauen verdienen im Durchschnitt 16 Prozent weniger pro Stunde als ihre männlichen Kollegen – die Gesamtarbeitsmarktlücke beträgt sogar 37 Prozent! Diese Unterschiede sind nicht nur eine Frage des Geschlechts, sondern spiegeln auch strukturelle Faktoren wider, wie die häufigere Teilzeitarbeit von Frauen und deren geringere Karrierechancen. Ein Umstand, der nicht nur auf individuelle Entscheidungen zurückzuführen ist, sondern auch auf die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit.

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Der unbereinigte Gender-Pay-Gap zeigt deutlich, dass Frauen oft in schlechter bezahlten Branchen arbeiten und weniger berufliche Aufstiegschancen haben. Das bringt uns zurück zu den österreichischen Zahlen: Es wird deutlich, dass die Schließung der Lohnlücken nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit ist, sondern auch eine ökonomische Notwendigkeit für die Gesellschaft. Und diese Notwendigkeit wird immer drängender, je mehr wir über die Zukunft unserer Arbeitswelt nachdenken.

Die Zeit ist reif für Veränderungen! Es ist an der Zeit, dass wir uns nicht nur mit den Zahlen auseinandersetzen, sondern auch an den strukturellen Ursachen arbeiten. Nur so können wir eine gerechtere und fairere Arbeitswelt für alle schaffen. Und das ist es, was wir uns alle wünschen, oder?