In der Kulturmetropole Salzburg wird die Musikszene im Jahr 2025 mit einem besonderen Fokus auf die Beiträge von Frauen bereichert. Am 29. Dezember 2025 steht das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin auf dem Programm, bei dem Werke der Komponistinnen Florence Price und Josephine Weinlich zu hören sein werden. Dieses Konzert setzt ein wichtiges Zeichen, indem es die historische Rolle von Frauen in der Musikszene Wiens im 19. Jahrhundert beleuchtet und gleichzeitig aktuelle Werke präsentiert, die oft im Schatten der männlichen Kollegen stehen.

Das Jahr 2025 wird mit einer Silvestergala des Landestheaters in Salzburg eingeläutet, die ebenfalls ganz im Zeichen der Musik von Frauen steht. Am 31. Dezember 2025 um 17 Uhr findet das Silvesterkonzert der Maria-Anna-Mozart Gesellschaft im Kapitelsaal statt, das den Jubiläumszyklus „Frauenstimmen“ beschließt. Irene Suchy wird durch das Konzert moderieren, während die Recherche von Ursula Erhart-Schwertmann den musikalischen Rahmen absteckt.

Die Pionierinnen der Musik

Josephine Weinlich-Amann (1848–1887), die als Pionierin des professionellen Musikerinnentums gilt, gründete im Alter von nur 19 Jahren das „Erste Europäische Damenorchester“ in Wien. Dieses Orchester tourte durch ganz Europa und sogar bis in die USA, wo es frische Tanzmusik wie Polkas und Walzer spielte. Auch wenn die Kritiken zu Weinlichs Orchester gemischt waren und oft Vorurteile gegenüber weiblichen Musikerinnen zum Ausdruck kamen, stellte sie dennoch eine bedeutende Figur in der Musikgeschichte dar.

Florence Price (1887–1953), die erste Afroamerikanerin, deren Musik 1933 von einem großen US-Orchester, dem Chicago Symphony Orchestra, aufgeführt wurde, strebte nach großer Symphonik. Ihr Werk wurde lange Zeit vernachlässigt, doch dank der Bemühungen von Dirigenten wie Yannick Nézet-Séguin wird ihre Musik heute mehr und mehr sichtbar. Das Neujahrskonzert ist nicht nur eine Hommage an diese beiden beeindruckenden Komponistinnen, sondern auch ein notwendiger Schritt zur Sichtbarmachung weiblicher Kunst.

Ein Blick in die Vergangenheit und Gegenwart

Die Rolle von Frauen in der Musik ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das vor allem seit den 1970er Jahren durch die Frauenbewegung an Bedeutung gewonnen hat. Historische Komponistinnen wie Hedwig Malfatti, Leopoldine Blahetka oder Clara Schumann haben oft unter dem Schatten männlicher Kollegen leiden müssen. Während Schumann als „Gefährtin“ des männlichen Genies betrachtet wurde, kämpfen moderne Musikerinnen und Komponistinnen um ihren Platz im Rampenlicht.

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Die Forschung zu Frauen in der Musik zeigt, dass viele Kapitel der Musikgeschichte neu geschrieben werden müssen, um die Beiträge von Frauen angemessen zu würdigen. Der Internationale Arbeitskreis Frau und Musik und die Fondazione Adkins Chiti: Donne in Musica in Italien sind nur zwei Beispiele für die Initiativen, die sich für die Sichtbarkeit von Musikerinnen einsetzen und die oft über 20.000 Medieneinheiten von Komponistinnen dokumentieren.

In diesem Sinne wird das Silvesterkonzert am 31. Dezember 2025 im Kapitelsaal in Salzburg nicht nur ein musikalisches Fest, sondern auch eine Gelegenheit, die Errungenschaften und das Erbe von Frauen in der Musik zu feiern. Es bleibt zu hoffen, dass solche Veranstaltungen dazu beitragen, die Wahrnehmung und den Respekt für die weibliche Musikkultur nachhaltig zu verändern.