Am Donnerstagabend war im Museumsquartier Wien ein ganz besonderer Anlass zu feiern: Der 25. Geburtstag des kulturellen Hotspots wurde mit einem bunten Hof.Kunst.Fest gebührend begangen. Trotz des gleichzeitig laufenden Spanien-Spiels bei der Fußball-Weltmeisterschaft fanden sich rund 1.000 Besucher ein, um das Festprogramm zu genießen, das über fünf Stunden dauerte und als Höhepunkt der Feierlichkeiten galt. Es war fast so, als ob die Kunst und die Gemeinschaft den Fußball für einen Abend übertrumpfen konnten!

MQ-Chefin Bettina Leidl ließ die Anfänge des Kulturareals Revue passieren und erinnerte an die Eröffnung am 29. Juni 2001. Damals war das Areal noch eine leere Fläche, die erst mit der Zeit durch Enzis und Schanigärten zum Leben erweckt wurde. Die Anwesenden, darunter Kunsthalle-Direktorin Michelle Cotton und mumok-Generaldirektorin Fatima Hellberg, spürten die Entwicklung des MQ, das mittlerweile 61 Institutionen beherbergt – und das ist noch nicht alles, denn in wenigen Jahren wird ein weiterer großer Player, das hdgö, dazukommen.

Kreative Höhepunkte und beeindruckende Darbietungen

Ein Highlight des Abends war die Ausstellung „Vision und Widerstand“, die die Geschichte des Areals auf eindrucksvolle Weise präsentierte und für die Besucher kostenlos zugänglich war. Der Künstler Peter Sandbichler sorgte mit seinem Nachbau einer gelben Bar, die als senkrecht gekipptes Modell des Areals präsentiert wurde, für Gesprächsstoff. Es war schon fast surreal – die Bar stand da, als wäre sie ein Teil der Kunst selbst.

Der Autor Dimitré Dinev eröffnete das Programm mit einer Lesung aus seinem Roman „Zeit der Mutigen“ und schuf so eine literarische Brücke zwischen den verschiedenen Kunstformen. Im Anschluss begeisterte Uche Yara mit einem Solo-Gig und kündigte an, am nächsten Tag mit der Band Bilderbuch auf der Bühne zu stehen. Doris Uhlich ließ es sich nicht nehmen, eine beeindruckende Tanzperformance aufzuführen, bei der sie die Distanz zwischen dem Dach der Kunsthalle und dem mumok an einem Seil überwand. Danach legte sie ein DJ-Set im Haupthof auf – das Publikum war hin und weg!

Ein Ort voller Möglichkeiten und Geschichte

Das Museumsquartier hat eine spannende Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht, als die barocken Hofstallungen für die Habsburger errichtet wurden. Nach dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches lag das Gelände lange Zeit brach, bis in den 1970er Jahren die Idee zur Umwandlung in ein kulturelles Zentrum aufkam. Die offizielle Ankündigung des MQ als öffentlich-privates Projekt durch die Stadt Wien folgte 1991. Das Ziel war klar: Ein offenes, interdisziplinäres Feld für Museen, Theater, Design und städtisches Leben zu schaffen.

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Die Architektur im Museumsquartier verbindet Barock und Modernität auf beeindruckende Weise. Die erhaltenen Stallungen bieten ein robustes Gerüst, während die zentralen Erweiterungen von Coop Himmelb(l)au futuristische Akzente setzen. Besonders das Freiraum-Atrium mit seinem schimmernden Dach zieht die Besucher an, sei es für Open-Air-Ausstellungen im Sommer oder als gemütlicher Lounge-Bereich im Winter. Man könnte fast sagen, es ist das „Wohnzimmer der Stadt“.

Aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen

Die Museen im MQ bieten ein abwechslungsreiches Programm: Im Leopold Museum gibt es die Ausstellung „Verborgene Moderne“ zu sehen, während das MUMOK mit „Shh“ von Tobias Pils aufwartet. Die Kunsthalle Wien überrascht mit „Wiesenstück“ von Anita Fuchs und das Architekturzentrum Wien zeigt „Metabolica“ von Thomas Feuerstein. Im Freiraum-Atrium finden Pop-Up-Ausstellungen statt, aktuell etwa „Teenager“ von Guan Xiao. Wer sich für die kulturellen Events interessiert, kann wöchentliche Filmnächte im Freiraum besuchen oder sich im MQ Podcast mit spannenden Interviews unterhalten lassen. Auch für die Kleinen wird gesorgt, mit kreativen Workshops im Family Lab.

Für das leibliche Wohl sorgen Cafés wie das Café Leopold und die Rooftop-Bar des 25hours Hotels, die einen atemberaubenden Blick über die Stadt bietet. Ein Besuch im MQ-Shop mit seinen Design-Objekten und Kunstbüchern gehört ebenfalls zum Erlebnis dazu. Die Anreise ist denkbar einfach, mit U-Bahn-Stationen und Tram-Linien in unmittelbarer Nähe.