In Washington, D.C., wird gerade ein großes Kapitel in der Kulturgeschichte umgeschlagen. Das Kennedy Center, die größte Kultureinrichtung der Stadt, schließt für zwei Jahre, um sich einer umfassenden Renovierung zu unterziehen. Eigentlich sollte alles ganz anders laufen, aber wie so oft im Leben kam es anders als geplant. US-Präsident Donald Trump hat die Renovierungspläne jetzt aufgegeben – und das aus gutem Grund. Ein Gericht hat ihm die Kontrolle über das Projekt entzogen. „Kein Interesse“ mehr an der Fortführung, so äußerte er sich. Das macht einen schon nachdenklich, nicht wahr?

Die Renovierungsarbeiten, die ursprünglich nach dem Nationalfeiertag am 4. Juli beginnen sollten, sind nun in der Schwebe. Trump hatte das Kennedy Center, benannt nach dem ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy, kurz nach seinem Amtsantritt unter seine Kontrolle gebracht. Mit dem Versprechen, das Gebäude in eine der besten Einrichtungen ihrer Art weltweit zu verwandeln, schien es, als würde er das kulturelle Erbe der USA neu beleben. Stattdessen entbrannte ein regelrechter Kulturkampf, den er selbst mit dem Vorwurf anheizte, gegen „anti-amerikanische Propaganda“ in der Kulturwelt kämpfen zu müssen. Er entließ mehrere Mitglieder des Kuratoriums, übernahm den Vorsitz und beauftragte Richard Grenell mit einer Neuausrichtung der Institution.

Ein Gericht spricht ein Wörtchen mit

Die gerichtliche Entscheidung, die Trumps Kontrolle über das Kennedy Center beendete, war für viele ein überraschendes, aber nicht völlig unerwartetes Ereignis. Ein Richter befand, dass nur der Kongress das Recht hat, den Namen des Kennedy Centers zu ändern. Und so verschwand sein Name von der Fassade. Ein symbolischer Schlag ins Gesicht, könnte man sagen. Die Umbenennung in „Trump-Kennedy Center“ war laut Kritikern nur ein weiteres Zeichen für die „Wokeness“ der Einrichtung, die Trump als zu progressiv empfand. Künstler, darunter namhafte Persönlichkeiten, sagten ihre Auftritte aus Protest ab.

Die 257 Millionen US-Dollar, die der Kongress auf Trumps Wunsch für die Renovierung freigab, sollten das Zentrum auf ein neues Niveau heben. Doch Kritik kommt nicht nur von außen – auch innerhalb der Kulturszene gibt es Bedenken. Musikjournalistin Anne Midgette warnt vor einem Rückgang des Publikums. Komponisten wie Philip Glass haben bereits ihre Premieren abgesagt, weil sie sich nicht mit der Botschaft des Kennedy Centers identifizieren können. Es ist ein ganz schönes Durcheinander.

Was bleibt vom kulturellen Erbe?

Das Kennedy Center, ein Ort, der all das bietet, was das Herz der Kulturliebhaber höher schlagen lässt – Theater, Tanz und Musik – steht nun unter einem dunklen Schatten. Trump selbst beschrieb den Zustand des Gebäudes als marode, obwohl es erst 2019 saniert wurde. Merkwürdig, oder? Die geplanten Renovierungen sollten die Institution wieder auf Vordermann bringen, aber wie? Wo wird das Orchesters während der Umbauarbeiten spielen? Fragen über Fragen, die bislang unbeantwortet bleiben.

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Die Entscheidung über den Umbau muss noch vom neu zusammengesetzten Direktorium abgesegnet werden, dessen Mitglieder von Trump bestimmt wurden. Und so schwebt das Kennedy Center weiterhin in einem Zustand der Ungewissheit. Ein Kulturkampf, der die Gemüter erhitzt und die Zukunft des renommierten Hauses in Frage stellt. In der Zwischenzeit bleibt uns nur abzuwarten, wie sich das Ganze entwickeln wird. Vielleicht wird es ja doch noch ein Happy End geben – für die Kultur und ihre leidenschaftlichen Anhänger.