Inmitten der beeindruckenden Berglandschaften des Salzkammerguts hat die Salinen Austria AG eine wahre Pionierarbeit geleistet. Mit Ariane Herzog an der Spitze – der ersten Frau, die 2022 in den Vorstand berufen wurde – erlebt das Unternehmen eine spannende Transformation. Ihre Reise begann, wie es oft der Fall ist, mit einer Leidenschaft für das Unbekannte. Nach ihrem Abitur in Kunst und Musik entschied sie sich für ein Studium in Geoingenieurwesen und Angewandte Geowissenschaften in Berlin. Dabei ließ sich Herzog nie von den Herausforderungen abhalten, die mit ihrem Beruf einhergingen. Sie startete ihre Karriere als Steigerin im Bergbau und war für Sicherheit sowie Arbeitsorganisation zuständig. Ein Dreischichtsystem, das sie an ihre Grenzen brachte – doch das war nur der Anfang.
Herzog hat es mit ihrem Führungsstil, der auf Vertrauen und Teamgeist basiert, geschafft, nicht nur die Arbeitskultur zu verändern, sondern auch die Wahrnehmung von Frauen in technischen Berufen. In der männerdominierten Welt des Bergbaus sprach sie offen über die Vorurteile, denen sie begegnete. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit haben dazu beigetragen, den Weg für viele Frauen zu ebnen, die in der Industrie eine Rolle spielen möchten.
Ein Blick in die Salzkammergut-Region
Die Salinen Austria AG ist seit über 400 Jahren in Ebensee und hat sich als unverzichtbarer Bestandteil der Region etabliert. Die Saline Ebensee wurde 1607 fertiggestellt und produziert täglich etwa 3.500 Tonnen Salz. Ein beeindruckender Wert, wenn man bedenkt, dass 89 % des Umsatzes des Unternehmens aus der Salzproduktion stammen. Die Vielfalt reicht von Industrie- bis hin zu Speisesalzen, und die Salinen haben das alleinige Recht, Sole in Bad Ischl, Hallstatt und Altaussee zu gewinnen. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit großgeschrieben wird, plant das Unternehmen bis 2030, 200 Millionen Euro in die Energieinfrastruktur und die Produktion von Salztabletten zu investieren. Ein klarer Schritt in die Zukunft!
Unter Herzog’s Leitung hat das Unternehmen bedeutende Projekte realisiert, darunter den Bau des neuen Trocknergebäudes und die Inbetriebnahme einer Förderbandbrücke. Diese Investitionen zeigen, wie wichtig die Innovationskraft ist, um in einer sich ständig verändernden Branche konkurrenzfähig zu bleiben.
Der Weg zur Gleichstellung
In Österreich ist die Gleichstellung von Frauen und Männern in Führungspositionen ein wichtiges Thema. Trotz besserer Ausbildung sind Frauen in Spitzenpositionen oft unterrepräsentiert. Das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz und das Gleichstellungsgesetz für Aufsichtsräte sollen hier Abhilfe schaffen. Während die Frauenquote in Aufsichtsräten gestiegen ist, bleibt der Weg zur vollständigen Gleichstellung noch lang. Herzog ist ein Beispiel dafür, dass Veränderungen möglich sind, wenn Frauen in führenden Rollen sichtbar werden. Sie tritt für eine ausgewogene Vertretung ein und zeigt, dass Frauen auch in technischen Berufen nicht nur mithalten, sondern die Branche entscheidend voranbringen können. Ihre Vision ist es, die jährliche Salzproduktion um 100.000 Tonnen zu steigern und damit nicht nur die wirtschaftliche Basis zu festigen, sondern auch ein Zeichen für die Zukunft zu setzen.