Heute ist der 30.04.2026. In Salzburg sorgt eine Geschichte für Aufregung, die so nicht alltäglich ist. Drei betagte Augustiner-Chorfrauen aus dem Kloster Goldenstein, nämlich Schwester Bernadette (88), Schwester Regina (86) und Schwester Rita (82), haben sich auf eine unerwartete Reise nach Rom begeben, um an der Generalaudienz von Papst Leo XIV. teilzunehmen. Ursprünglich war die Reise am Dienstagabend abgesagt worden, da weder der Konvent der Schwestern noch das zuständige Dikasterium im Vatikan ihre Genehmigung erteilt hatten. Doch die Nonnen ließen sich nicht aufhalten und überraschten viele, indem sie am Mittwoch in Rom auftraten und den Papst im Papamobil sahen, auch wenn es zu keiner persönlichen Begegnung kam.
Die Umstände dieser Reise sind allerdings ebenso bemerkenswert wie die Reise selbst. Im Jahr 2023 wurden die Nonnen gegen ihren Willen in ein Alters- und Pflegeheim verlegt, obwohl ihnen zuvor ein Verbleib im Kloster zugesichert worden war. Dieser unglückliche Umstand führte dazu, dass die Nonnen im September 2025, ohne Zustimmung des Propstes Markus Grasl, in ihr Kloster zurückkehrten. Damit wurde ein regelrechtes Medienphänomen ausgelöst, das nicht nur die Herzen der Menschen berührte, sondern auch zahlreiche Interviews und Berichte nach sich zog. Geplant ist sogar ein Buchprojekt über das Leben dieser bemerkenswerten Frauen.
Ein Konflikt mit der Kirchenhierarchie
Die Geschichte dieser Nonnen ist nicht nur eine von Widerstand und Entschlossenheit, sondern auch von rechtlichen Auseinandersetzungen geprägt. Es sind verschiedene Rechtsstreitigkeiten anhängig, und die Nonnen stehen im Konflikt mit der Kirchenhierarchie. Um den Dialog zwischen den Nonnen und dem Propst wieder in Gang zu bringen, hat der Vatikan Erzabt Jakob Auer als Vermittler eingesetzt. Der 34-Jährige aus Salzburg soll eine Vereinbarung ausarbeiten, die beide Seiten versöhnt.
Die Nonnen möchten ihren Lebensabend im Kloster Goldenstein verbringen, wo sie jahrzehntelang gelebt haben. Dies führte zu einem weiteren Konflikt, da Propst Grasl angeboten hatte, dass sie bleiben dürften, allerdings unter der Bedingung, dass sie sich aus sozialen Medien zurückziehen, keine Anwälte engagieren und auf die Hilfe ehemaliger Klosterschülerinnen verzichten. Der Sprecher von Grasl äußerte, dass die Gespräche über eine Lösung optimistisch verlaufen.
Ein Lebenstraum wird wahr
Trotz der Absage und des Drucks von oben, war die Reise nach Rom für die Nonnen ein erfüllter Lebenstraum. Schwester Bernadette äußerte sich positiv über die Reise und sprach von einer tiefen Freude, die sie während dieser Zeit empfand. Diese Erlebnisse zeigen nicht nur die Entschlossenheit der Nonnen, sondern auch ihr ungebrochenes Streben nach einer selbstbestimmten Lebensweise. Ein Wohltäter sorgte dafür, dass die Reise überhaupt stattfinden konnte, obwohl es keine Genehmigung von den Ordensoberen oder dem Dikasterium in Rom gab.
Die Nonnen planen, am Donnerstag von Rom nach Salzburg zurückzukehren. Ihre Geschichte bleibt spannend und zeigt, wie tief verwurzelt der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung, selbst im Alter, sein kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen mit dem Vatikan entwickeln werden und ob die Nonnen letztlich den Frieden finden, den sie sich wünschen.