Am Anfang des Monats Mai trafen sich rund 40 Führungskräfte aus den verschiedensten Branchen im Coworking Space bluebird.space in Salzburg. Ein Ort, der nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum Austausch anregt. Die Veranstaltung wurde von Sedus und dem Senat der Wirtschaft organisiert und drehte sich um ein brisantes Thema: die Rückkehr der Mitarbeitenden ins Büro nach den Umbrüchen der Coronazeit. Spannend, oder? Denn wer hätte gedacht, dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht bereit sind, ins Büro zurückzukehren, während ein Drittel der Führungskräfte genau das wünscht? Ein schmaler Grat zwischen den Bedürfnissen der Mitarbeitenden und den Anforderungen der Unternehmen.
Ernst Holzapfel, Marketing-Direktor bei Sedus, hielt während des Events einen Impulsvortrag, der die Rolle physischer Arbeitsräume für Unternehmenskultur, Innovationskraft und Zusammenarbeit beleuchtete. Er stellte klar, dass die Unternehmenskultur nicht nur durch Prozesse und Führung geprägt wird – der Raum, in dem wir arbeiten, ist das erste Signal, das jeder liest. „Kultur ist, was Menschen tun, wenn niemand zuschaut“, sagte er. Das hat mich echt zum Nachdenken angeregt.
Raum für Begegnung und Konzentration
In den letzten Jahren lag der Fokus vieler Bürokonzepte auf Gemeinschaftsbereichen, die Begegnung und Austausch fördern sollten. Doch Holzapfel warnte, dass die Möglichkeit zur konzentrierten und fokussierten Arbeit dabei oft vernachlässigt wurde. Dabei sind diese physischen Begegnungen entscheidend für Vertrauen, Zugehörigkeit und Innovation – besonders in hybriden Arbeitsmodellen. Wertvolle Ideen entstehen schließlich oft im spontanen Austausch, und nicht in geplanten Meetings. Ein bisschen flapsig gesagt: Manchmal sind die besten Ideen einfach „nebenbei“ entstanden.
Hybride Arbeitsmodelle erfordern neue Ansätze und Experimente. Eine interessante Studie hat sechs Herausforderungen für eine New Hybrid Work Culture identifiziert. Peter Drucker, ein wahrer Denker der Arbeitswelt, sagte einmal: „Culture eats strategy for breakfast.“ Diese Worte scheinen mehr denn je zu gelten. Die Fragmentierung der Arbeit – ob im Büro, Homeoffice oder Co-Working-Space – macht es notwendig, dass Unternehmen kreative Lösungen finden, um die Bindung der Mitarbeitenden zu stärken. Es ist kein Wunder, dass 79% der befragten Unternehmen mittlerweile hybride Arbeitskonzepte eingeführt haben. Die häufigste Regelung sieht drei verpflichtende Bürotage pro Woche vor, aber das variiert natürlich je nach Unternehmen.
Die Herausforderung der Rückkehr
Die Rückkehr ins Büro hängt maßgeblich von der Gestaltung der Arbeitsumgebung ab. Mitarbeitende wünschen sich ein Umfeld, das soziale Interaktion fördert und gleichzeitig Raum für Konzentration bietet. Die Pandemie hat die Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten nachhaltig verändert. Laut einer Befragung planen die meisten, etwa die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Büro zu verbringen. Im Vergleich zu 2018 ist die Anzahl der Bürotage um rund ein Viertel gesunken. Und das überrascht nicht, denn viele empfinden keinen signifikanten Unterschied in der Produktivität zwischen Büro und Homeoffice. Der Hauptanreiz für die Rückkehr ins Büro? Soziale Interaktion und Teamgeist. Das Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein – das ist unbezahlbar!
Allerdings gibt es auch Herausforderungen. Pendelzeiten und private Verpflichtungen machen das Homeoffice attraktiv. Zudem sorgt die Sorge um die Konzentrationsfähigkeit im Büro für Bedenken. Immerhin wird der Grad an Informiertheit im Büro oft höher eingeschätzt als im Homeoffice. Unternehmen müssen also kreativ werden, um Multispace-Umgebungen zu schaffen, die den Informationsfluss und die Kommunikation fördern und gleichzeitig Teamarbeit unterstützen.
Die Empfehlungen des Fraunhofer IAO sind dabei sehr hilfreich: Flexible hybride Arbeitsmodelle zur Verbesserung der Work-Life-Balance anbieten, großzügig gestaltete Büros schaffen, um verschiedenen Arbeitsanforderungen gerecht zu werden und nicht zuletzt in moderne Technik investieren, um effektive hybride Meetings zu ermöglichen. Es gilt, Gelegenheiten für Teamaktivitäten und informellen Austausch zu schaffen und regelmäßig die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu erfragen. So bleibt man am Puls der Zeit.
Die Entwicklungen in der Arbeitswelt sind rasant und voll von Herausforderungen, aber auch von Chancen. Es ist eine spannende Zeit, in der sich die Art und Weise, wie wir arbeiten, grundlegend wandelt. Und die Unternehmen, die diesen Wandel aktiv mitgestalten, werden in der Zukunft die Nase vorn haben.