Salzburg, die Stadt der Musik, hat wieder einmal ihre Pforten für ein grandioses Fest geöffnet. Die Salzburger Pfingstfestspiele sind in vollem Gange, und dieses Jahr hat sich der gefeierte Regisseur Barrie Kosky mit einer Inszenierung von Rossinis „Il Viaggio a Reims“ in die Herzen der Zuschauer gespielt. Die Aufführung, die als überladen beschrieben wird, bietet dennoch ein musikalisches Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Kombination aus virtuoser Musik und einer Prise „physischem Humor“ sorgt für ein ganz besonderes Spektakel.
Die Besetzung könnte nicht besser sein: Misha Kiria als Barone di Trombonok, Rouven Pabst als Tänzer, Cecilia Bartoli als Corinna, Marina Viotti als Marchesa Melibea, Edgardo Rocha als Cavalier Belfiore und Florian Sempey als Don Profondo. Da wird einem ja ganz schwindelig vor lauter Talenten! Auch wenn die Inszenierung an manchen Stellen ein wenig über die Stränge schlägt, sorgt sie doch für herzhaftes Lachen und einen Abend voller Genuss. Herrlich, wenn man sieht, dass die Künstler nicht nur singen, sondern auch schauspielerisch glänzen.
Ein Meisterwerk von Gioachino Rossini
Aber wer ist dieser Gioachino Rossini, der mit seinen Ideen und Melodien die Welt der Oper so nachhaltig geprägt hat? Geboren am 29. Februar 1792 in Pesaro, war er der einzige Sohn eines Hornisten und einer Sängerin. Schon früh zeigte sich sein Talent: Die Mutter lehnte einen Vorschlag ab, ihn als Sängerkastrat zu bewahren, und so konnte Rossini seine Stimme zum Singen nutzen. Mit einer Ausbildung, die ihn durch verschiedene Musikrichtungen führte, erlangte er schnell Bekanntheit. 1804 hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt, und nur wenige Jahre später war er mit der Oper „La cambiale di matrimonio“ auf den Bühnen Italiens präsent.
Sein Durchbruch kam 1813 mit der Oper „Tancredi“, gefolgt von „L’italiana in Algeri“ im selben Jahr, die beide große Erfolge feierten. Rossinis Werke sind bis heute in vielen Opernhäusern präsent und haben nachfolgende Komponisten wie Bellini und Donizetti maßgeblich beeinflusst. Er selbst war ein Meister der Kombination aus reich verziertem Gesang und innovativer Orchestrierung. Im Jahr 1825 komponierte er „Il viaggio a Reims“ für die Krönungsfeierlichkeiten Karls X., und trotz seines Rückzugs aus dem Opernleben widmete er sich später der Feinschmeckerei – Rossini war bekannt für seine Kochkünste!
Die Aufführung von „Il Viaggio a Reims“ bei den Salzburger Pfingstfestspielen ist also nicht nur eine Hommage an Rossinis musikalisches Erbe, sondern auch ein Zeichen dafür, wie lebendig und relevant seine Werke auch heute noch sind. Wer die Chance hat, dabei zu sein, sollte sie nutzen – es wird sicher ein Abend voller Überraschungen und Freude!
