KISA: Ein Lichtblick für Salzburgs Kindergärten und Familien
Heute ist der 15.07.2026, und die Welt um uns herum dreht sich weiter, auch in den Kindergärten hier in Salzburg. In einer Zeit, in der Schulen zunehmend mit den psychischen, sozialen und familiären Problemen ihrer Schüler konfrontiert sind, stehen auch die Kindergartenteams nicht weniger herausfordernden Situationen gegenüber. Man könnte sagen, der Druck ist spürbar, nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern und das gesamte pädagogische Personal.
Um dieser Situation präventiv entgegenzuwirken, wurde das Caritas-Pilotprojekt „Kindergartensozialarbeit“ (KISA) ins Leben gerufen. KISA ist ein echter Lichtblick, bietet es doch Beratung für Eltern direkt an den Kindergärten an und vermittelt weitere Hilfsangebote. Die Idee dahinter? Elterncafés, Vorträge und Workshops zu organisieren, um den Austausch zu fördern und Unterstützung zu bieten. Seit dem Start im Jahr 2024 umfasst dieses Projekt bereits 52 Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen in Steiermark, Salzburg und Oberösterreich. Ein ehrgeiziger Plan, der zeigt, dass man die Herausforderungen nicht ignorieren will.
Die Stimmen der Beteiligten
Eine kürzlich durchgeführte Evaluation der KISA-Initiative in 18 steirischen Pfarr- und städtischen Kindergärten ergab spannende Ergebnisse. Befragt wurden 57 Elternteile, sieben Kindergartenleitungen und 77 Mitarbeitende. Fast alle Eltern und sämtliche Kindergartenmitarbeitenden bewerteten das Projekt als hilfreich. Das ist doch mal was! Eltern berichteten, dass sie nach den Beratungen besser Lösungen für Probleme finden konnten und sich sicherer im Umgang damit fühlten. Das Kindergartenteam selbst erhielt Unterstützung bei Fragen zum Kindeswohl und in der Elternarbeit – eine echte Entlastung im oft hektischen Arbeitsalltag.
Doch was genau ist Kita-Sozialarbeit? Diese Form der Unterstützung, die 2020 mit der Gründung der Fachgruppe im DBSH ihren Anfang nahm, bietet sozialpädagogische Begleitung für Eltern und Kinder. Ziel ist es, eine niederschwellige und präventive Unterstützung zu bieten. Die Beratung des pädagogischen Personals in sozialen Fragen ist ebenfalls ein zentraler Bestandteil. Das klingt nach einer wichtigen Säule, um sozialen Benachteiligungen entgegenzuwirken und Chancengerechtigkeit zu fördern.
Ein Blick in die Zukunft
Die Kita-Sozialarbeit als neues Tätigkeitsfeld in der Sozialen Arbeit hat sich seit der ersten Stelle im Jahr 2002 stark weiterentwickelt. Verschiedene Ansätze zur Profilierung sind bundesweit zu finden, wie etwa die Kita-Gesetzesnovelle in Rheinland-Pfalz oder das ESF Plus-Programm Kinder Stärken 2.0 in Sachsen. Das zeigt, dass das Thema nicht nur hierzulande, sondern auch überregional an Bedeutung gewinnt. Der Fachbereich Kita-Sozialarbeit des DBSH verfolgt zudem die Entwicklung von einheitlichen Qualitätsstandards und Qualifizierungsmerkmalen für Kitasozialarbeiter:innen. Das eröffnet neue Perspektiven und Möglichkeiten für alle Beteiligten.
Ein wichtiges Anliegen bleibt die Vernetzung und der Austausch zwischen Fachkräften. Der Fachbereich lädt interessierte Personen zur Mitwirkung ein. Es ist klar, dass die Herausforderungen groß sind, aber die Ansätze, die wir heute verfolgen, sind vielversprechend. Vielleicht haben wir es hier mit einem zukunftsweisenden Modell zu tun, das nicht nur in Salzburg, sondern auch darüber hinaus Schule machen könnte.
