Heute ist der 22. Juni 2026, und in Bad Hersfeld wird an einen ganz besonderen Mann erinnert: Johannes Klein, der erste Intendant der Bad Hersfelder Festspiele. Diese Festspiele haben seit ihrer Gründung im Jahr 1951 eine beeindruckende Geschichte geschrieben, und Klein war der Architekt dieses kulturellen Bauwerks. Er brachte nicht nur seine Salzburger Wurzeln mit, sondern auch die Erfahrung von den renommierten Salzburger Festspielen, die ihm als Sprungbrett dienten.

Am 22. Juni 2026, im Jubiläumsjahr der Festspiele, wird sein Vermächtnis gefeiert. Klein war nicht nur ein Schüler von Max Reinhardt, sondern auch derjenige, der die erste Vorstellung in der Stiftsruine organisierte. Mit einem Etat von 146.000 D-Mark und einem mutigen Programm, das unter anderem „Das Salzburger Große Welttheater“ von Hugo von Hofmannsthal umfasste, starteten die Festspiele im Juli 1951. Ein Wagnis, das sich schnell als goldrichtig herausstellte!

Die Anfänge der Bad Hersfelder Festspiele

Die Idee, Theater in der Stiftsruine zu spielen, hat übrigens eine lange Tradition, die bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Doch erst 1951, nach vielen finanziellen und organisatorischen Herausforderungen, konnte Klein sein Konzept in die Tat umsetzen. Unter seiner Leitung erlebte das Festival einen rasanten Aufstieg. Prominente Schauspieler wie Lil Dagover, Attila Hörbiger und Birgit Nilsson traten auf, und die bundesweite Presse wurde auf die Festspiele aufmerksam. Das Publikum verließ die Ruine nach den Aufführungen andächtig – ohne Applaus, als wäre der Zauber des Augenblicks noch in der Luft.

Ein weiterer Meilenstein war 1952, als Bundespräsident Theodor Heuss die Schirmherrschaft übernahm. Das Gesamtdeutsche Ministerium unterstützte die Festspiele zudem mit einem Zuschuss. Man kann sich vorstellen, wie die Festspiele in der kulturellen Landschaft an Bedeutung gewannen! Klein holte sogar Schauspieler des Wiener Burgtheaters nach Bad Hersfeld, was den Festspielen ein zusätzliches Glanzstück verlieh.

Die musikalische Vielfalt

Im Jahr 1953 wurde Beethovens Oper „Fidelio“ unter der Leitung von Prof. Robert Heger aufgeführt – ein wahres Highlight! Die Wiener Symphoniker begleiteten die Aufführung, und Birgit Nilsson brillierte in der Rolle der Leonore. Doch es sollte noch 27 Jahre dauern, bis Opernproduktionen dauerhaft in der Stiftsruine etabliert wurden. Klein hinterließ ein Erbe, das seine Nachfolger mit Bravour fortführten.

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In den 1960er Jahren inszenierte William Dieterle Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, erweiterte den Spielplan um Komödien und zeitgenössisches Theater – eine echte Bereicherung! Unter seiner Intendanz traten Schauspielgrößen wie Hilde Krahl und Klaus Jürgen Wussow auf. Später folgte Ulrich Erfurth, der die ersten Aufführungen von Bertolt Brecht und Carl Zuckmayer einführte. Die Liste der prominenten Darsteller wird immer länger: Theo Lingen, Götz George und Walter Giller sind nur einige, die das Publikum in ihren Bann zogen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bad Hersfelder Festspiele haben sich zu einer Institution entwickelt, die auch in den letzten Jahren mit Namen wie Helen Schneider, Nicole Heesters und Rufus Beck aufwartete. Im Jahr 2018 übernahm Joern Hinkel kommissarisch die Intendantenrolle von Dieter Wedel. Das Publikum ist hungrig nach neuen Inszenierungen und das Interesse an den Festspielen wächst stetig. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese Tradition in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird. Vielleicht wird auch der Geist von Johannes Klein in den zukünftigen Inszenierungen weiterleben, immer mit einem Hauch von Salzburger Flair und der Magie der Stiftsruine.