Heute ist der 28.05.2026 und in Salzburg gibt es besorgniserregende Neuigkeiten aus der Heizungsbranche. Der traditionsreiche Heizungshersteller Windhager steht vor einem massiven Stellenabbau. Rund 50 Beschäftigte müssen das Unternehmen verlassen, was in der Belegschaft für große Unsicherheit sorgt. Geschäftsführer Andreas Weißenbacher hat diesen Schritt als unausweichlich bezeichnet und die Mitarbeitenden am Donnerstag über die geplanten Maßnahmen informiert.
Windhager meldete im Januar 2024 Insolvenz an – das war die größte Firmenpleite des Jahres in Salzburg. Die betroffenen Gesellschaften sind die Windhager Zentralheizung Technik GmbH und die Windhager Zentralheizung GmbH. Mit Passiva von über 86 Millionen Euro ist die Situation alles andere als rosig. Der aktuelle Jahresumsatz liegt unter 100 Millionen Euro, während in den stärksten Jahren sogar bis zu 168 Millionen Euro erwirtschaftet wurden. Das sind schon ganz andere Dimensionen, wenn man bedenkt, dass die Nachfrage in den Segmenten Biomasseheizungen und Wärmepumpen im Vorjahr um satte 20 Prozent gesunken ist.
Stellenabbau und Marktentwicklung
Der Rückgang hat sich im ersten Quartal 2024 dramatisch verschärft – der Markt für Biomasseheizungen ist um unglaubliche 63 Prozent eingebrochen! Das ist nicht nur für Windhager ein Problem, sondern für die gesamte Branche. Komischerweise hat Windhager erst Ende Februar dieses Jahres eine Übernahme durch die Muttergesellschaft BWT erfahren. Ein frischer Wind, der jedoch nicht ausreicht, um die negativen Entwicklungen zu stoppen.
Die Ursachen sind vielfältig. Eine anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft der Heizungsmodernisierung beeinflusst die Kaufentscheidungen der Verbraucher. Die Debatte um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sorgt zusätzlich für Verwirrung. Viele schieben ihre Heizungsmodernisierung auf und warten auf kommunale Angebote. Das hat die gesamte Branche in Mitleidenschaft gezogen. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) für 2024 einen Rückgang des Absatzes von Wärmeerzeugern um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verkündet hat. Ein alarmierendes Zeichen, das auch in Österreich nicht ignoriert werden kann.
Hoffnungsschimmer für die Branche
Doch es gibt auch positive Signale: Die Zahl der bewilligten Förderanträge für Wärmepumpen ist gegen Ende des Jahres gestiegen. Im Dezember 2024 wurden fast 46.000 Anträge bewilligt – das sind immerhin 192.406 positive Bescheide im gesamten Jahr. Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklung einen Wendepunkt für die Branche darstellen kann. Allerdings scheinen die Ziele der Bundesregierung, ab 2024 jährlich 500.000 Wärmepumpen zu installieren, in weite Ferne gerückt. Das ist schon ein bisschen frustrierend, oder?
Windhager und andere Unternehmen in der Heizungsindustrie stehen also vor großen Herausforderungen. Die Unsicherheit, die durch komplexe Regelungen und die Marktentwicklung entsteht, wird wohl noch eine Weile bestehen bleiben. Hoffen wir, dass sich die Branche schnell erholt und neue Wege findet, um die Nachfrage zu beleben. Denn eines ist klar: Wärmepumpen und Biomasseheizungen sind die Zukunft. Nur wenn wir jetzt umdenken, können wir die Wende schaffen.
