In Gerresheim, einem bekannten Stadtteil von Düsseldorf, feierte das Reiter-Corps Gerresheim in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum: 100 Jahre Tradition, Reitkunst und Gemeinschaft. Christiane Kamp, die Rittmeisterin des Corps, hat sich nicht nur um die Organisation des Festes gekümmert, sondern auch ihre eigenen Erinnerungen aufgefrischt. Sie fand ein altes Foto aus ihrer Jugend, das sie beim 50-jährigen Jubiläum des Corps zeigt – und das, obwohl sie damals noch kein Mitglied war. Ein schöner Zufall, der die Verbundenheit zur Tradition nur unterstreicht!

Die Feierlichkeiten fanden im Rahmen des Gerresheimer Schützenfestes statt. Im Festzelt wurde ausgelassen gefeiert, ohne großen Festakt, aber mit viel Herz und Hingabe. Christiane und ihre Mitstreiter organisierten einen Heimatabend, bei dem Tanz- und Playback-Nummern, Stoff- und Steckenpferde, Hobby Horsing und sogar Bullenreiten auf dem Programm standen. Stargäste wie Comedian Joachim Jung und Musiker Rainer Lieverscheidt sorgten für musikalische Highlights und viele Lacher.

Eine lange Geschichte

Das Reiter-Corps ist ein fester Bestandteil der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Gerresheim, die bereits 1427 gegründet wurde. Es wurde anlässlich des 500. Geburtstags der Bruderschaft ins Leben gerufen. In seiner langen Geschichte hat das Corps viele Höhen und Tiefen erlebt. Besonders in der NS-Zeit und den Kriegsjahren musste das Corps einen Rückgang hinnehmen, doch seit 1946 erlebte es ein Comeback, das bis heute anhält. In den 70er und 80er Jahren traten viele Unterstützer und Geschäftsleute ein, darunter auch Kamp, die sich seitdem unermüdlich für den Verein engagiert.

Ein wichtiger Faktor für die Lebendigkeit des Corps ist die Förderung von Brauchtumspflege und die Einbindung der Jugend. Seit Januar 1983 ist das 1. Reiter-Corps gemeinnützig und organisiert jährlich Fahrten zu einem Ponyhof im Emsland, an denen bis zu 70 Personen teilnehmen können. Eine tolle Möglichkeit für die Jüngsten, den Umgang mit Tieren zu lernen und die Liebe zum Reiten zu entdecken.

Ein starkes Gemeinschaftsgefühl

Die Gerresheimer Reiter sind auch aktiv in der St. Sebastianus Reitervereinigung Düsseldorf. Bei Veranstaltungen wie dem Stadtringstechen zeigen sie ihr Können. Ein echtes Highlight sind die St. Martins-Umzüge, bei denen sechs Pferde teilnehmen – das ist in der Region einzigartig! Marco Schmitz, der seit 25 Jahren als Ritter und Bischof bei diesen Umzügen mitwirkt, hat das Gemeinschaftsgefühl und die Traditionen im Blick. Auch Edgar Peters, der 50 Jahre lang als St. Martin aktiv war, ist ein Beispiel für die tiefe Verbundenheit der Mitglieder.

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In der Geschichte der Reitervereine in Deutschland spiegelt sich ein ähnlicher Geist wider. Nach dem Ersten Weltkrieg, als der Bedarf an Militärpferden zurückging, wurden zahlreiche ländliche Reitervereine gegründet. Diese Vereine entstanden oft durch die Initiative von ehemaligen Kavalleristen und waren eine Antwort auf die veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten. So auch in Exter, wo 1925 ein Reiterverein ins Leben gerufen wurde, der bis heute besteht und die Tradition des Reitens pflegt. Die Gründungsgeschichte dieser Vereine zeigt, wie stark der Gemeinschaftsgeist und die Liebe zu Pferden die Menschen über die Jahrzehnte hinweg verbunden haben.

Christiane Kamp betrachtet das Reiter-Corps als ihren Herzensverein. Mit Blick auf die kommenden Jahre plant sie bereits die 125-Jahr-Feier. Es ist klar: Die Tradition des Reitens und das Zusammengehörigkeitsgefühl in Gerresheim werden auch weiterhin Bestand haben.