Die Stadt Salzburg hat sich entschieden, im Sommer eine klare Ansage zu machen – und zwar an die Autofahrer. Die Innenstadt wird für Tagesgäste in den Monaten Juli und August für Fahrzeuge gesperrt. So viel steht fest. Ein Konzept, das darauf abzielt, die Altstadt von Staus und übermäßiger Verkehrsbelastung zu befreien, wurde ins Leben gerufen. Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) hat angekündigt, dass durch diese Maßnahme täglich rund 1.000 Fahrten aus der Altstadt wegfallen sollen. Klingt nach einer wahrhaftig frischen Brise in der Verkehrspolitik, nicht wahr?

Die Durchfahrtssperre, die am 20. Mai im Gemeinderat beschlossen werden soll, tritt am 1. Juli in Kraft. Die betroffenen Zufahrten – Müllner Hügel, Neutor, Imbergstraße und Schwarzstraße – werden für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen gesperrt. Ausgenommen von dieser Regelung sind nur die Fahrzeuge mit den Kennzeichen Salzburg (S), SL, Bezirk Hallein (HA) sowie Berchtesgadener Land (BGL). Und natürlich, ganz wichtig: Menschen mit Behinderung, Hotelgäste, Lieferverkehr und Personen, die in der Altstadt arbeiten, dürfen weiterhin einfahren.

Park & Ride als Lösung

Was tut man also, wenn man trotzdem die zauberhafte Altstadt genießen möchte? Die Antwort ist simpel: Park-&-Ride-Plätze! Die Stadt hat vier solcher Plätze mit über 4.000 Stellplätzen eingerichtet, wo sich die Tagesgäste einfach bequem einfinden können. Für nur 7,50 Euro gibt’s ein Tagesticket, das die Nutzung des öffentlichen Verkehrs für bis zu fünf Personen beinhaltet. Ein echt faires Angebot, wenn man bedenkt, dass man sich so den Stress der Parkplatzsuche sparen kann. Außerdem wird die Polizei zunächst mit Aufklärung aktiv, bevor sie mit Strafen um die Ecke kommt – ein Ansatz, der vielleicht für ein wenig mehr Gelassenheit sorgt.

Aber das ist nicht alles. In einer weiteren spannenden Entwicklung wird auch über die Auflassung des Rot-Kreuz-Parkplatzes diskutiert. Der Altstadtverband fordert seinen Erhalt – allerdings mit einer Anpassung. Man denkt über eine nächtliche Sperre des Neutors nach und diskutiert die Einführung von Tempo 30 in diesem Bereich. Vizebürgermeister Florian Kreibich (ÖVP) hat auch schon von Beschwerden über Raser und der Tuning-Szene berichtet. Ein Nachtfahrverbot für motorisierten Individualverkehr von 22 Uhr bis 5 Uhr ist ebenfalls in der Mache, wobei Ausnahmen für Anrainer:innen, Hotelgäste, Taxis und öffentliche Verkehrsmittel gelten sollen.

Ein Blick in die Zukunft

Und während wir über all diese Maßnahmen nachdenken, schwebt da noch die 36. StVO-Novelle über uns, die am 1. Mai bzw. 1. Oktober 2026 in Kraft treten soll. Sie schafft eine Rechtsgrundlage für automatisierte Zufahrtskontrollen in Städten, die mit Kameras und Software überwacht werden. Österreich plant, dieses System nach italienischem Vorbild einzuführen. Vielleicht wird es bald so sein, dass wir uns nicht mehr über die Parkplatzsuche ärgern müssen – und stattdessen einfach ankommen und genießen können!

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Das alles steht im Zeichen einer nachhaltigeren Mobilität. Denn Mobilität ist wichtig für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und trägt zur Lebensqualität bei. Dabei müssen wir jedoch auch den städtischen Personen- und Güterverkehr im Blick behalten, der nicht gerade für seine Umweltfreundlichkeit bekannt ist. Luftverschmutzung, Lärm und Flächenverbrauch sind begleitende Probleme, die wir nicht ignorieren können. Das Umweltbundesamt hat bereits im März 2017 die Vision „Die Stadt für Morgen“ veröffentlicht, die einen umfassenden Überblick über zentrale Instrumente des Parkraummanagements gibt. Das wird als Schlüssel für eine nachhaltige urbane Mobilität angesehen – und vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.